Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.05.2015

06:47 Uhr

Zwei Tote

Schüsse vor Mohammed-Karikaturenwettbewerb

Ein Wettbewerb für Zeichner von Mohammed-Karikaturen wurde in Texas von Schüssen vor dem Veranstaltungsgebäude unterbrochen. Die Stadt bestätigt, dass zwei Tatverdächtige erschossen worden seien.

Nach Schüssen auf einen Sicherheitsbeamten wurden die Teilnehmer der Ausstellung in Sicherheit gebracht. Reuters

Polizisten am Rande des Karikaturenwettbewerbs

Nach Schüssen auf einen Sicherheitsbeamten wurden die Teilnehmer der Ausstellung in Sicherheit gebracht.

GarlandZwei bewaffnete Männer haben vor dem Veranstaltungsort eines provokativen Wettbewerbs für Karikaturen über den Propheten Mohammed in Texas auf einen Sicherheitsbeamten gefeuert. Die beiden Tatverdächtigen seien daraufhin von der Polizei erschossen worden, teilte die Stadt Garland am Sonntagabend (Ortszeit) auf Facebook mit. Demnach waren die Männer vor das Veranstaltungsgebäude in der Stadt gefahren, um direkt das Feuer auf den Sicherheitsmann zu eröffnen. Ihr Opfer wurde verletzt, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Garland ist ein nördlicher Vorort von Dallas.

Ob die Schüsse in Verbindung mit der Veranstaltung im Curtis Culwell Center in Garland standen, wurde in der Erklärung der Stadt nicht gesagt. Es wurde jedoch davor gewarnt, dass sich im Fahrzeug der Schützen ein Sprengsatz befinden könnte. Ein Bombenkommando war vor Ort, das Gebäude wurde abgeriegelt. Geschäfte in der Nähe wurden evakuiert.

Die in New York ansässige American Freedom Defense Initiative war Gastgeber des Wettbewerbs. Der Gewinner mit der besten Mohammed-Karikatur sollte mit 10.000 Dollar ausgezeichnet werden. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hielt während der Veranstaltung eine Rede und überreichte dem Gewinner einen Siegercheck.

Viele Muslime sehen in Mohammed-Zeichnungen eine Beleidigung des Islam, jegliche körperliche Darstellung des Propheten gilt als Blasphemie. Karikaturen dieser Art schürten rund um die Welt häufiger Gewalt. Im Januar griffen Terroristen die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ an und töteten dort zwölf Menschen. Die Zeitschrift hatte den Islam und andere Religionen öfter verspottet und Mohammed karikiert.

Rund 75 Zuschauer, darunter auch ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, wurden nach den Schüssen in Garland in einen anderen Raum gebracht. Sie sollten im Laufe des Abends in einer nahegelegenen High School unterkommen. 48 wurden bislang zu einem Bus eskortiert, der sie zu der Schule bringen sollte.

Nach Schüssen auf einen Sicherheitsbeamten wurden die Teilnehmer der Ausstellung in Sicherheit gebracht. Reuters

Polizisten am Rande des Karikaturenwettbewerbs

Nach Schüssen auf einen Sicherheitsbeamten wurden die Teilnehmer der Ausstellung in Sicherheit gebracht.

Der Augenzeuge Johnny Roby sagte der AP, er sei vor dem Gebäude gewesen, als er plötzlich rund 20 Schüsse gehört habe. Dies seien aus der Richtung eines vorbeifahrenden Autos gekommen. Dann habe er zwei weitere einzelne Schüsse gehört. Polizisten hätten Anweisungen gerufen. Dann sei er ins Gebäude geschickt worden, sagte Roby.

Am Sonntagabend sagte Präsidentin der Organisatoren, Pamela Geller, die Schüsse zeigten, wie „erforderlich unsere Veranstaltung wirklich gewesen ist“. Zuvor hatte sie der Nachrichtenagentur AP berichtet, das Event sei dafür gedacht, als Reaktion auf die Empörung und die Gewalt wegen Mohammed-Karikaturen für Meinungsfreiheit einzutreten.

Die American Freedom Defense Initiative ist für eine Kampagne gegen ein Gebäude eines islamischen Zentrums unweit des Ground Zero in New York bekannt. Sie hat in mehreren Städten der USA Werbeflächen gekauft, auf denen der Islam kritisiert wird.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×