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26.01.2012

18:39 Uhr

Zweites Kreditpaket

Juncker setzt Griechenland die Pistole auf die Brust

VonRuth Berschens

ExklusivEurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker knüpft weitere Griechenland-Hilfen an eine klare Bedingung. Die führenden Parteien müssten ein nationales Reformbündnis schließen - ansonsten soll es kein zweites Kreditpaket geben.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker. dpa

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker.

BrüsselDer Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, hat die führenden Parteien Griechenlands aufgefordert, erneut ein nationales Reformbündnis zu schließen. „Die Chefs der drei führenden Parteien müssen wieder eine Reformvereinbarung unterschreiben“, sagte Juncker dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Dies sei zwingende Voraussetzung dafür, dass die Euro-Zone ein zweites Kreditpaket für Griechenland beschließe

Juncker zeigte sich enttäuscht von den bisherigen griechischen Reformen. „Die Regierung strengt sich zwar an, doch die Strukturreformen kommen zu langsam voran. Erst am Montag ist ein wichtiges Reformgesetz im Parlament gescheitert. Vereinzelte Lobbys sind immer stärker als denkbare parlamentarische Mehrheiten. Das wirft einen Schatten auf Griechenland“, sagte der Eurogruppen-Chef. Er warnte Griechenland davor, sich noch länger den Reformanforderungen der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu widersetzen: „Kein Land hält es aus, pausenlos am Pranger zu stehen“, sagte Juncker

Gleichwohl glaubt er nicht daran, dass Griechenland die Währungsunion verlassen wird. Vielmehr werde die Euro-Zone dem Land länger als bisher absehbar helfen müssen. Zehn Jahre würden dafür nicht genügen. „Ich glaube nicht, dass dieser Zeitraum ausreicht“, sagte Juncker

Der Premierminister schloss nicht aus, dass neben den privaten Gläubigern auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Euro-Staaten Griechenland Schulden erlassen müssen. Solche Lösungsvorschläge halte er „nicht für völlig absurd. Es wäre aber absurd, sie jetzt öffentlich zu kommentieren“, sagte Juncker.

Die Gläubiger Griechenlands (Stand: Januar 2012)

Kredite

Das Volumen der Kredite beläuft sich insgesamt auf 92 Milliarden und teilt sich folgendermaßen auf:

IWF: 20 Milliarden

Euro-Länder: 53 Milliarden

Sonstige: 19 Milliarden

Staatsanleihen

Gesamt: 260 Milliarden Euro, davon 55 Milliarden Euro bei der EZB

Bei griechischen Banken

40 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei anderen europäischen Banken

40 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei griechischen Sozialversicherungsfonds

30 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei europäischen Versicherungen

15 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei Fonds

Bei Investment-, Staats-, Pensions- und Hedgefonds sind es 70 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Die Eurogruppe will Juncker nur noch bis Mitte dieses Jahres leiten. Dann läuft seine Amtszeit aus, und eine Verlängerung strebt er nicht an. „Es liegt nicht im Spektrum meiner Ambitionen, dieses Amt weiterzuführen. Aber man muss jemanden finden, der es machen kann und will.“

 

Kommentare (41)

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NuffSaid

26.01.2012, 19:22 Uhr

Haben die Griechen denn noch nicht genug Vereinbarungen, Zusagen, Sparpläne beschlossen??
Wie wäre es wenn Die mal langsam anfangen was davon umzusetzen?
Der Worte sind genug, nur noch Taten sollten jetzt zählen und daran, denke ich, wirds in GR scheitern.
Kein neues Geld ohne nachweisbare Erfolge in der Umsetzung sollte die Devise sein!

Account gelöscht!

26.01.2012, 19:24 Uhr

Der Oberlügner und Hochstapler vom Dienst meldet sich zu Wort. Ich glaube diesem Komödianten kein Wort mehr!

Account gelöscht!

26.01.2012, 19:28 Uhr

Das ist entweder die Wasserpistole oder die Geldspritze die den Griechen aufgesetzt wird.

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