Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2015

12:21 Uhr

Zwischenfall vor Großbritannien

Russische Jets vor der Küste von Cornwall

Am Mittwoch hatte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon noch auf mögliche russische Aggressionen im Baltikum hingewiesen. Nun näherten sich russische Jets sogar dem britischen Luftraum.

Die russischen Jets sind nicht in den britischen Luftraum eingedrungen. dpa

Wladimir Putin

Die russischen Jets sind nicht in den britischen Luftraum eingedrungen.

LondonZwei russische Militärflugzeuge haben sich dem britischen Lufttraum genähert. Britische Typhoon-Kampfflugzeuge seien aufgestiegen, um den russischen Flugzeugen zu folgen, gab das Verteidigungsministerium am Donnerstag in London bekannt. Die russischen Jets seien aber nicht in den britischen Luftraum eingedrungen.

Zu dem Zwischenfall kam es den Angaben zufolge am Mittwoch im Südwesten Englands vor der Küste von Cornwall.Verteidigungsminister Michael Fallon hatte die Bündnispartner am Mittwoch aufgefordert, sich auf die Gefahr einer russischen Aggression gegen Nato-Länder im Baltikum vorzubereiten.

Was ist hybride Kriegsführung?

Gekreuzt...

... oder gemischt ist die Bedeutung des griechischen Wortes hybrid.

Ein hybrider Krieg...

... oder hybride Kriegsführung vermischt konventionelle militärische Mittel mit verdeckten, irregulären oder sogar terroristischen Methoden.

Terrorismus...

... kann ein Teil hybrider Kriegsführung sein: „Das Spektrum umfasst den Einsatz von Partisanenkämpfern, organisierter Kriminalität, Terrorismus, Massenvernichtungswaffen, Cyberangriffen, Störungen der Energieversorgung, wirtschaftliche Kriegsführung und Propaganda“, schreibt das Bundesverteidigungsministerium.

Im Libanonkrieg...

... 2006 wurde der Begriff schon für den Kampf der Hisbollah-Miliz gegen Israel verwendet. Die Hisbollah beschoss die israelischen Streitkräfte mit Raketen, die normalerweise nur von staatlichen Streitkräften genutzt werden.

Bei der Annexion der Krim...

... durch Russland standen die „kleinen grünen Männchen“ – Uniformierte ohne Hoheitsabzeichen – für die hybride Kriegsführung. Der Westen sah in ihnen russische Soldaten, der Kreml sprach von Selbstverteidigungskräften der russischen Minderheit.

Es gebe eine „reale und präsente Gefahr“, dass Russland seine auf der Krim und in der Ostukraine angewandten Taktiken der hybriden Kriegsführung auch gegen Nato-Nachbarn wie Litauen, Estland oder Lettland anwende, sagte Fallon während eines Fluges nach Sierra Leone Journalisten britischer Tageszeitungen.


Von

dpa

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Beo Bachter

19.02.2015, 14:37 Uhr

" Am Mittwoch hatte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon noch auf mögliche russische Aggressionen im Baltikum hingewiesen. Nun näherten sich russische Jets sogar dem britischen Luftraum."

Verstehe gar nicht, warum der Brite rumheult. Niemandes Souveränität wurde schließlich verletzt.

Im Ernst: Interessant, dass die NATO nun zugibt, dass das Annähern von Kriegsinfrastruktur an eine anderes Land, auch wenn keine Grenze überschritten wird, ein aggressiver Akt ist. Bisher bestreitet der Westen ja vehement, dass die Expansion der NATO an die Grenzen Russlands aggressiv wäre und werfen stattdessen Russland Weinerlichkeit vor.

Weiter so ihr expansionistischen NATO-Aggressoren, verstrickt Euch mal hübsch in Eure Doppelstandards, das der Wahnsinn auch für den dümmsten Mitläufer mal offensichtlich wird und man endlich wieder zurück zum Konzept der gemeinsamen Sicherheit findet, statt per se aggressiv seinen eigenen Macht-/Kontrollgewinn mit dem Kontrollverlust des Anderen zu finanzieren.

Herr Heinz Keizer

19.02.2015, 15:23 Uhr

die ehemaligen Staaten des Ostblocks sind der Nato aus freien Stücken beigetreten. Das ist ihr gutes Recht und die Menschen wissen schon, warum sie das wollten. Putin möchte mit dem Annähern doch nur testen, wie wirksam die Abwehr ist. Außerdem ist Putin und seine Vassallen nicht Aggression, sondern Kriegstreiben vorzuwerfen. Ohne (in Urlaub befindliche) russische Soldaten und vom Himmel gefallenen schweren Waffen, hätte der Osten der Ukraine doch nie erobert werden können. Aber Putin will ja eine Destabilisierung der Ukraine, wie in vielen anderen Ländern auch.

Herr Thomas Ebert

19.02.2015, 15:33 Uhr

Mein Dank an das Handelsblatt für den unaufgeregten Stil der Berichterstattung. Andere lügen sich einen "Zwischenfall über Großbritannien" herbei. Nun wäre es interessant zu wissen, ob auch jede Annäherung von NATO-Jets an den russischen Luftraum gemeldet wird. Ich vermute mal :Nein!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×