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02.05.2014

16:17 Uhr

Zwölf Jahre nach der Tat

Fortuyn-Mörder ist frei

Volkert van der Graaf ist wieder auf freiem Fuß. Zwölf Jahre nach der Ermordung des niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn startet nun seine „kontrollierte“ vorzeitige Freilassung.

Vor zwölf Jahren wurde Pim Fortuyn ermordet. Nun ist der Täter frei. AFP

Vor zwölf Jahren wurde Pim Fortuyn ermordet. Nun ist der Täter frei.

Den HaagZwölf Jahre nach der Ermordung des niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn ist der Täter aus der Haft entlassen worden. Ein Sprecher des Justizministeriums in Den Haag bestätigte am Freitag die Freilassung des 44-jährigen Volkert van der Graaf, der 2002 zu 18 Jahren Haft verurteilt worden war.

Medienberichten zufolge wollte van der Graaf seine Familie wiedersehen, darunter seine Partnerin und die gemeinsame zwölfjährige Tochter. Aus Angst vor Übergriffen solle er „beschützt“ werden, hieß es. Das Justizministerium wollte sich nicht äußern, ob dies bedeutet, dass van der Graaf ein Leibwächter zur Seite gestellt wird. Eine neue Identität soll er nicht bekommen.

Eine unabhängige Kommission hatte im vergangenen Jahr eine „kontrollierte“ vorzeitige Freilassung van der Graafs empfohlen. Ende März kündigte die Regierung die Freilassung für den 2. Mai an. Laut Justizministerium soll sich van der Graaf einmal wöchentlich bei den Behörden melden und eine elektronische Fußfessel tragen, außerdem darf er Fortuyns wichtigste Wirkungsstätte Rotterdam sowie Hilversum, wo sich der Mord am 6. Mai 2002 auf dem Parkplatz eines TV-Senders ereignete, nicht betreten.

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Die Freilassung war am Freitag ein prominentes Thema in den niederländischen Zeitungen. Die Ermordung des damals 54-jährigen Fortuyn hatte die Niederlande wenige Tage vor einer Parlamentswahl erschüttert. Die Tat stellte das Selbstbild des Landes als das einer offenen und zugleich vereinten und sicheren Gesellschaft in Frage.

Van der Graaf hatte seine Tat mit der Stigmatisierung von Asylsuchenden und anderen Einwanderern durch Fortuyn begründet. Der Rechtspopulist hatte den Islam als eine „rückwärtsgewandte Kultur“ bezeichnet und wollte die Grenzen für Einwanderer schließen. Sein politisches Erbe wird heute von der Freiheitspartei (PVV) von Geert Wilders vertreten.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.05.2014, 17:58 Uhr

Richtig so! Der Mörder muss eine 2. Chance zur QWiederholung der Tat erhalten. Was ist, wenn es ein Unterstützer des Mörders ist. Ist das "Opfer" dann auch noch dafür?

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