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26.02.2013

09:00 Uhr

Zyperns neuer Präsident

Anastasiades gegen Finanztransaktionssteuer

Sollte Zypern Finanzhilfen bekommen, würde Nikos Anastasiades einen Finanztransaktionssteuer trotzdem nicht einführen. Die Euro-Finanzminister beraten in den kommenden Wochen über Hilfsgelder für die Mittelmeer-Insel.

Anastasiades wehrte sich gegen den Eindruck, dass auf Zypern russische Oligarchen wohnen, die Steuern sparen wollten. Reuters

Anastasiades wehrte sich gegen den Eindruck, dass auf Zypern russische Oligarchen wohnen, die Steuern sparen wollten.

Berlin Zyperns neu gewählter Präsident Nikos Anastasiades lehnt es ab, im Gegenzug für EU-Hilfen eine Finanztransaktionssteuer einzuführen. „Ich glaube nicht, dass neue Steuern die Probleme lösen. Steuererhöhungen während einer Rezession werden nur die Situation verschlechtern“, sagte Anastasiades in einem Interview der Zeitung „Bild“ auf die Frage nach einer Transaktionssteuer. Seine Regierung wolle dagegen Einsparungen im öffentlichen Sektor vornehmen, ergänzte der Präsident. "Lassen Sie uns dort die Kosten reduzieren, bevor wir die steuerliche Belastung unserer Bürger und Geschäftspartner erhöhen." Die Belastung derzeit sei nicht geringer als im EU-Durchschnitt.

Anastasiades wehrte sich gegen den Eindruck, dass auf Zypern russische Oligarchen wohnen, die Steuern sparen wollten. „Ich könnte ein paar russische Oligarchen nennen, die ihren Betrieb in anderen Ländern haben. In Zypern kenne ich aber keine Oligarchen, die hier leben und arbeiten“, sagte Anastasiades. Deutschland hat zuletzt auf eine rasche Hilfe für das angeschlagene Euro-Land gedrungen. Erwartet wird ein Rettungspaket der EU-Partner von rund 17 Milliarden Euro. Die Finanzminister der Euro-Zone treffen sich am 4. März in Brüssel. Dann wird allerdings noch keine Entscheidung erwartet.

Aus Kreisen der Euro-Zone verlautete, die Mitgliedstaaten seien sich über das Vorgehen bei dem Rettungspaket uneinig. Unter anderem Deutschland fordere, dass auch die Aktionäre und Sparer der zyprischen Banken einen Teil der Last tragen sollten. Nach dem Schuldenschnitt für Griechenland waren die vergleichsweise überdimensionierten Banken in Zypern in Not geraten.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Ludwig500

26.02.2013, 10:31 Uhr

Jawoll, Herr Anastasiades, 17 Milliarden für die Schwarzgeld hortenden Banken haben wollen, aber keinesfalls daran mitwirken, dass dieses Geld vielleicht irgendwann mal wieder von den Krisenverursachern eingesammelt wird. Ich sehe, Sie haben Europa sehr gut verstanden.

investival

26.02.2013, 11:09 Uhr

@Ludwig500:
Dreistigkeit und Unsinn müssen nicht zwangsläufig miteinander positiv korrelieren.
Zypern hat 'Europa' in der Tat sehr gut verstanden: Es macht sie praktisch nicht betreffenden Unsinn zum ablenkenden Verhandlungsgegenstand.
- Es sollte im übrigen verstanden werden, wen diese Steuer in der angedachten Ausgestaltung letzendlich trifft und wer sie entrichtet.

Account gelöscht!

26.02.2013, 11:26 Uhr

Diese Dreistigkeit ist nicht zu überbieten;

"Ist der Ruf erst mal ruiniert,
lebt`s sich völlig ungeniert."

So eine Pi..-Insel, und eine so große Klappe.

Armes Deutshland.

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