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05.01.2010

09:29 Uhr

Arbeitsmarkt

Unternehmen stellen wieder mehr ein

VonDietrich Creutzburg

Der befürchtete große Einbruch am deutschen Arbeitsmarkt war auch am Ende des Krisenjahres 2009 noch nicht konkret in Sicht. Im Gegenteil: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnete im Dezember sogar eine leicht steigende Nachfrage nach Arbeitskräften: Die Einstellungsbereitschaft der Firmen wächst – wenn auch auf niedrigem Niveau.

Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete im Dezember eine leicht steigende Nachfrage nach Arbeitskräften. dpa

Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete im Dezember eine leicht steigende Nachfrage nach Arbeitskräften.

BERLIN. Der von ihr ermittelte Index „Bax“, ein Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber, stieg im Dezember um weitere zwei Punkte auf 129 Punkte an. Er hat sich damit inzwischen sechs Punkte von seinem Tiefstand im Sommer entfernt.

Zwar liegt der Indikator nach wie vor deutlich unter Vorjahresniveau, wie die BA gestern einschränkend betonte. Dennoch unterstreicht die aktuelle Tendenz Erwartungen von Bankvolkswirten, dass sich zum Jahresende erneut auch die Arbeitslosigkeit vergleichsweise günstig entwickelt haben dürfte. Die offiziellen Daten für Dezember verkündet die Nürnberger Behörde heute.

Mit 3,215 Millionen hatte die Zahl der registrieren Arbeitslosen im November ihren Tiefststand im abgelaufenen Jahr erreicht. Für Dezember rechneten Experten zwar mit einem Anstieg von 85 000 bis 110 000. Eine solche Zunahme wäre aber nur zu geringen Teilen eine Folge der Konjunkturkrise – allein schon die saisonübliche Entwicklung zu Beginn des Winters lässt einen Anstieg um etwa 80 000 erwarten. Diesmal dürfte der frühe Wintereinbruch diesen Faktor noch verstärkt haben.

Dass die Rezession noch nicht härter auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, gibt nach Ansicht der Volkswirte aber keinen Grund zur Entwarnung. Das Hauptargument: Die Kapazitätsauslastung der Industrie ist noch immer weit schlechter als vor der Krise. Und im Jahresverlauf werde die konjunkturelle Dynamik sogar wieder nachlassen, da „dann die Notenbanken die Zinsen anheben und staatliche Konjunkturprogramme auslaufen“, sagte etwa Deutsche-Bank-Volkswirt Stephan Bielmeier.

Zur Nagelprobe könnte es schon in gut drei Wochen kommen, wenn die BA ihre Januar-Zahlen vorlegt: Sie werden dann auch die zum Jahresende wirksam gewordenen Kündigungen widerspiegeln. Daneben sorgt im Januar die Winterflaute stets für den kräftigsten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf. Im Januar 2009 stieg die Arbeitslosenzahl abrupt um 386 720.

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