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01.01.2008

10:00 Uhr

Ausblick 2008

Die Konjunktur hängt am Konsum

Das Wohl und Wehe der deutschen Wirtschaft hängt im kommenden Jahr von den Verbrauchern ab. Sie müssen mit höheren Konsumausgaben dafür sorgen, dass dem Aufschwung nicht die Puste ausgeht. Doch schon jetzt sind neue Belastungen für die Bürger abzusehen.

Das Geld für einen kleinen Konsumrausch ist vorhanden. Foto: dpa

Das Geld für einen kleinen Konsumrausch ist vorhanden. Foto: dpa

HB BERLIN. Denn die bisherigen Konjunkturstützen dürften 2008 schwächeln: Die Unternehmen werden ihre Exporte längst nicht mehr so kräftig steigern und die Investitionen so stark nach oben fahren wie 2006 und 2007. Die Chancen, dass die Konsumenten dafür in die Bresche springen, stehen nicht schlecht. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, fragen sich viele Experten angesichts der guten Rahmenbedingungen.

Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Prognosen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nochmals um eine halbe Million sinken, die Zahl der Beschäftigten erstmals im Jahresschnitt über 40 Millionen liegen. Nach fünf Jahren winken den Arbeitnehmern auch wieder reale Einkommenszuwächse. „Wir werden nächstes Jahr keine Lohnzurückhaltung mehr sehen“, erwartet IfW-Chefvolkswirt Joachim Scheide.

Die IG Metall fordert für die Stahlbranche acht Prozent mehr Lohn, ebenso Verdi für den Öffentlichen Dienst. Die Chemie-Gewerkschaft will bis zu sieben Prozent. Mehr Netto bringen auch niedrigere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung: Der Beitragssatz sinkt ab Januar von 4,2 auf 3,3 Prozent.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat ausgerechnet, dass die Bundesbürger 2008 im Schnitt 700 Euro mehr zum Leben haben werden. „Somit werden die Deutschen auch real mehr Geld zur Verfügung haben als in diesem Jahr und können höherer Ausgaben beispielsweise für Mieten, Sparrücklagen, Dienstleistungen oder den Konsum im Einzelhandel tätigen“, sind sich die Forscher sicher. Allein der Einzelhandel rechnet mit Mehreinnahmen von acht Milliarden Euro. „Umsatzmäßig wird die Branche 2008 aufholen, was sie 2007 verloren hat“, hofft der Präsident des Branchenverbandes HDE, Josef Sanktjohanser.

Das Geld für einen kleinen Konsumrausch ist vorhanden: In diesem Jahr legten die Deutschen mit 166 Milliarden Euro so viel Geld zur Seite wie noch nie, schätzt der Sparkassen-Dachverband DSVG. Sie sparten damit fünf Prozent mehr als 2006.

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