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10.01.2010

17:57 Uhr

Barclays-Indikator

Wirtschaft setzt vorerst ihre Aufholjagd fort

VonDietrich Creutzburg, Dorit Marschall

ExklusivDie deutsche Wirtschaft wächst weiter. Der Handelsblatt-Barclays-Indikator sagt ein solides Wirtschaftswachstum im ersten Quartal für Deutschland vorher. Allerdings fällt die Entwicklung in den vergangenen Monaten sehr gemischt aus.

Frachtcontainer werden am Hamburger Hafen verladen. ap

Frachtcontainer werden am Hamburger Hafen verladen.

BERLIN/FRANKFURT. Die deutsche Wirtschaft hat ihren Schwung vom Ende des alten Jahres in das neue Jahr gerettet. Das deutet der Handelsblatt-Barclays-Indikator an. Das Konjunkturbarometer, das die britische Bank monatlich exklusiv für das Handelsblatt berechnet, sagt in einer vorsichtigen Prognose für das erste Vierteljahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,6 Prozent im Vorquartalsvergleich vorher. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres dürfte das BIP wie schon im dritten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen sein.

„Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft fiel in den vergangenen Monaten sehr gemischt aus“, sagte Barclays-Capital-Volkswirt James Ashley. Zunächst habe es Signale dafür gegeben, dass sich die Schwäche des privaten Konsums im vierten Quartal fortsetzen werde – der scharfe Rückgang der Einzelhandelsumsätze im November sowie der Autozulassungen im Dezember. „Aber die positiven Nachrichten überwiegen“, sagte Ashley.

So meldete das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag einen Anstieg der Erzeugung im produzierenden Gewerbe um 0,7 Prozent im November. Damit konnte zwar der mit 1,7 Prozent deutlichere Rückgang aus dem Vormonat nicht wettgemacht werden – der gesamte Trend aber zeigt weiter nach oben. Zusammen mit guten Exportzahlen, die ebenfalls am Freitag bekanntgegeben wurden, schlossen Volkswirte auf einen kräftigen BIP-Zuwachs im vierten Quartal. Die Daten seien „überraschend positiv“, so dass sie ihre Prognose nicht wie befürchtet nach unten hätten korrigieren mussten, so Ashley.

Anders als in der Gesamtwirtschaft stagnierte im November die Produktion in der Metall- und Elektro-Industrie. Unter deren Dach sind die wichtigsten Industriebranchen vom Maschinenbau über die Automobilindustrie bis Elektro und Bahntechnik versammelt. Das ergibt sich aus einer Auswertung des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, die dem Handelsblatt vorliegt. „Unsere Branche steckt weiter tief im Keller. Die Produktion müsste um fast 30 Prozent wachsen, um wieder auf dem Stand von vor der Krise zu sein“, erklärte der Verband. „Ein Stillstand ist deshalb besonders problematisch.“

Wie sich das BIP im Gesamtjahr 2009 entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt am Mittwoch bekannt. Es wird, so viel ist absehbar, der schärfste Rückgang in der deutschen Nachkriegsgeschichte sein. So düster wie im Jahresverlauf erwartet dürfte der Rückgang aber nicht ausgefallen sein. Die Konjunkturexperten von Barclays Capital gehen von einem Minus von 4,9 Prozent im Vorjahresvegleich aus.

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