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08.01.2010

07:00 Uhr

Deutsche-Bank-Chefökonom

„Die Risiken bei Staatsanleihen steigen“

VonDorit Marschall

ExklusivThomas Mayer ist seit Jahresbeginn Chefvolkswirt der Deutschen Bank in Frankfurt. Handelsblatt-Korrespondentin Dorit Heß sprach mit ihm unter anderem über seine neue Aufgabe, die wachsenden Risiken bei Staatsanleihen und welche Länder ihm besondere Sorgen machen.

Thomas Mayer: Japan und Großbritannien machen mir Sorgen. Pressebild

Thomas Mayer: Japan und Großbritannien machen mir Sorgen.

Handelsblatt: Die Deutsche Bank leistet sich anders als andere Häuser mit Deutsche Bank Research und Deutsche Bank Global Markets gleich zwei Forschungsgruppen, an deren Spitze Sie nun stehen. Ist diese zweigeteilte Struktur sinnvoll?

Thomas Mayer: Wenn es uns gelingt, beide Einheiten so komplementär wie möglich aufzustellen, ja. Beide haben ihre volle Berechtigung: Während die zahlenmäßig kleinere Research-Truppe vor allem für die Geschäftsleitung und das Risikomanagement der Deutsche-Bank-Gruppe Analysen erstellt, helfen weltweit mehrere hundert Global-Market-Kollegen beim operativen Geschäft der Kundenbetreuung. Für beide Bereiche gilt: Um langfristig erfolgreich arbeiten zu können, müssen wir weiter dringend unsere Unabhängigkeit wahren - auch, wenn wir mit der Bank im Grunde einen Großsponsor haben. Die Krise hat gezeigt, wie bitter kurzfristige Analysen, die in den Ohren der Kunden vorübergehend angenehm klingen, von der Realität bestraft werden können.

HB: War Ihre Unabhängigkeit denn jemals in Frage gestellt?

Mayer: Bei uns nicht, nein, um Himmels Willen! Wir haben beispielsweise die Probleme in Griechenland sehr früh kommen sehen - was unsere griechische Niederlassung keineswegs spaßig fand. Das darf uns beim Aufspüren globaler, für die Kapitalmärkte wichtiger Themen aber auch weiterhin nicht stören.

HB: Was werden in diesem Jahr denn die beherrschenden Themen sein?

Mayer: Die Risiken bei Staatsanleihen, ganz klar. Griechenland und Dubai waren nur der Weckruf - das System bricht schließlich nie an der dicksten Stelle zuerst.

HB: Welche Länder machen Ihnen Sorgen?

Mayer: Von den großen Volkswirtschaften vor allem Japan und Großbritannien. In Japan beträgt die Staatsverschuldung inzwischen 200 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, Deflation ist wieder ein großes Thema und die Alterung der Bevölkerung hat brutal begonnen. Wer soll der älteren Generation die Rentenpapiere, die zu mehr als 90 Prozent in heimischer Hand sind, abkaufen? Auch in Großbritannien liegen die Risiken auf der Hand: Das Land war besonders exponiert im Finanz- wie auch im Immobiliensektor, wo die Krise bekanntlich ausbrach. Die Briten steckten im dritten Quartal 2009 als einziges G20-Land noch immer in der Rezession. Das alles erhöht das Anlagerisiko ganz erheblich. Das Risiko von unmittelbarer Zahlungsunfähigkeit ist allerdings vor allem in Ländern von Bedeutung, die keine Hoheit über die eigene Währung haben - beispielsweise Griechenland oder Irland.

Kommentare (3)

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18-formatic

08.01.2010, 09:37 Uhr

Das Ziel 2011 wie behauptet gleiche Meinung,sonst sehen wir eine bombastische Niederlage der Wirtschaft in Deutschland.
Mfg

Leertasche

08.01.2010, 13:07 Uhr

Das hat man von konstruierten Schachtelsätzen: "..es müssen Hemmnisse für die Produktion von nicht handelbaren Gütern abgebaut werden." Na dann ist der Chefvolkswirt der Db der Meinung, dass wir die Produktion von nicht handelbaren Gütern anheizen sollen.
im Vorsatz sollte er einfach sagen, dass er gegen ein gesellschaftlich ungerechtes Durchführen von Abwrackprämien ist (und vor allen Dingen auch in der Zukunft sein wird). - Als Chefvolkswirt und so.

Widerstand10

09.01.2010, 00:01 Uhr

Nun die Deutsche bank ist ein Staat im Staat.Das Mayer posetiv über die neue Regierung denkt, muss
neutral gesehen werden. Auch unter Schröder gab es posetive Signale solange die Deutsche bank wie alle banken im rechtsfreien Raum leben dürfen. Was mich beunruhig sind die Renten, die eines tages nicht mehr bezahlt werden, sondern nur noch die Pensionen der beamten und das aus guten Grund. Meine Prognose, dass Deutschland 2012 Pleite ist bleibt bestehen. Die Schatten der Pleite haben uns schon erreicht und Angela Merkel weis das bereits und hat sich politisch schon verabschiedet. Nur Guido Westerwelle im Rausch der Macht läuft ohne blindenhund durch Europa und der Welt. Was solls ,
Deutschland ging es 50 Jahre gut durch Schuldenaufnahme die nur durch die fleissige bevölkerung und Unternehmern ermöglicht wurde. Jahrelang wurden wir von Scharlatane regiert die ihre Schäfchen
in Sicherheit gebracht haben. Die wenigen Leuchtürme
die wir hatten, wurde rechtzeitig das Licht abgedreht.Schuld hat das Volk das politisch das schwächste in Europa und der Welt ist.

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