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02.01.2010

08:00 Uhr

Handelsblatt Business-Monitor

Die Finanzierung bleibt die größte Sorge

VonDorit Marschall

Die Kreditvergabe wird auch 2010 unter der Wirtschaftskrise leiden, fürchten Europas Manager. Immerhin: Die Anzahl derer, die mit starken Auswirkungen der Krise auf die Kreditvergabe rechnet, ist deutlich geringer als noch im Dezember vergangenen Jahres.

Die europäischen Manager fürchten, dass die Kreditkosten im kommenden Jahr stark ansteigen werden. Quelle: dpa

Die europäischen Manager fürchten, dass die Kreditkosten im kommenden Jahr stark ansteigen werden.

FRANKFURT. Ein Thema vor allen anderen bereitet Europas Unternehmen Sorgen: die Kreditversorgung. Die Manager aus wichtigen europäischen Volkswirtschaften befürchten, dass sich die Wirtschafts- und Finanzkrise auch im kommenden Jahr ungünstig auf die Kreditvergabe durch die Banken auswirken und die Kreditkosten in die Höhe treiben wird.

Das lässt sich am Handelsblatt Business-Monitor ablesen, einer exklusiven, repräsentativen Umfrage unter der Wirtschaftselite in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und in der Schweiz. Knapp 1100 Spitzenmanager von Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern sind von den Marktforschungsunternehmen Psephos und Innofact in der Zeit vom 18. November bis 8. Dezember befragt worden.

Immerhin: Die Anzahl derer, die mit "starken" Auswirkungen der Krise auf die Kreditvergabe rechnet, ist deutlich geringer als noch im Dezember vergangenen Jahres. Während im vergangenen Jahr 68 Prozent starke Auswirkungen befürchteten, vertreten inzwischen nur noch 42 Prozent diese Auffassung. Vor allem in Deutschland und Frankreich treibt diese Sorge noch immer überdurchschnittlich viele Manager um.

Hat die Krise eine Kreditklemme ausgelöst? Diese Frage ist unter Experten seit Monaten umstritten - und wird wohl auch weiter offenbleiben. Das Vorstandsmitglied der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, Helmut Rödl, brachte die Diskussion jüngst auf den Punkt: Die Frage sei "allein akademisch". Unstrittig dagegen ist, dass viele Unternehmen Probleme haben, an Kredite zu gelangen, und viele Banken höhere Anforderungen an die Kreditnehmer stellen.

Die Situation könnte aber weit schlimmer sein - hätten die Regierungen nicht eingegriffen. Dieses Lob stammt aus dem Mund eines Bankvolkswirts: "Wir erleben eine große Erfolgsgeschichte der staatlichen Krisenbekämpfung - das gilt europaweit", sagt der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater. Wenn die Staaten weniger beherzt gehandelt und die Kreditvergabe weniger genau beobachtet hätten, wäre ein gesamtwirtschaftlicher Einbruch nicht auszuschließen gewesen, sagt er.

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