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08.01.2009

11:26 Uhr

Konjunktur

Euro-Zone: Wirtschaftsstimmung im Sturzflug

Die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern in der Euro-Zone ist im Dezember auf ein Rekordtief gefallen. Der Economic Sentiment Index sackte auf den tiefsten jemals erreichten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen Anfang 1985. Nach Angaben aus Brüssel ist die europäische Wirtschaft erstmals in die Rezession gerutscht.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone verlor auch im Sommer an Fahrt und rutschte damit erstmals in die Rezession. Foto: HB Quelle: Handelsblatt

Die Wirtschaft in der Euro-Zone verlor auch im Sommer an Fahrt und rutschte damit erstmals in die Rezession. Foto: HB

HB BRÜSSEL. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone befindet sich im Sturzflug und ist im Dezember auf ein Rekord-Tief gesunken. Der Economic Sentiment Index (ESI) brach von 74,9 Punkten im Vormonat auf 67,1 Punkte ein, teilte die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Dies ist der niedrigste Stand der Kennzahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar 1985. Volkswirte hatten indes mit einem deutlich geringeren Rückgang auf 72,0 Punkte gerechnet.

Bis auf den Bausektor und den Einzelhandel befand sich die Stimmung in allen betrachteten Sektoren in der Eurozone auf Rekord-Tiefständen. In der Industrie brach das Vertrauen von minus 25 Punkten auf minus 33 Punkte ein. Erwartet wurden minus 30 Punkte. Das Verbrauchervertrauen nahm ebenfalls stärker als erwartet ab und ging von minus 25 auf minus 30 Punkte zurück. Gerechnet hatten die Experten mit minus 26 Punkten.

Im Dienstleistungssektor verschlechterte sich die Stimmung von minus zwölf auf minus 17 Punkte - erwartet wurde ein Minus von 13 Punkten. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung bei den Dienstleistern vor zwölf Jahren. Im Bausektor indes sank die Stimmung von minus 24 auf minus 27 Punkte und liegt damit 17 Punkte oberhalb des Tiefstandes im Jahr 1993. Im Einzelhandelssektor ging das Vertrauen von minus 13 auf minus 19 Punkte zurück.

Der ESI setzt sich aus fünf Unterindikatoren zusammen. In ihn gehen das Industrievertrauen mit 40 Prozent und das Dienstleistungsvertrauen mit 30 Prozent ein. Das Verbrauchervertrauen steuert 20 Prozent bei. Das Bauwirtschafts- und das Einzelhandelsvertrauen werden zu jeweils fünf Prozent gewichtet.

Die Wirtschaftskrise trifft auch Deutschlands Unternehmen mit voller Wucht: Die deutschen Exporte brachen wegen der weltweiten Flaute so stark ein wie noch nie seit der Wiedervereinigung: Bankvolkswirte sprechen gar von "grottenschlechten Zahlen", und es soll noch schlimmer kommen.

Wie die Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag überdies mitteilte, verlor die Wirtschaft in der Euro-Zone auch im Sommer an Fahrt und rutschte damit erstmals in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank demnach von Juli bis September um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, Sie bestätigte damit frühere Schätzungen. Bereits im zweiten Quartal hatte es ein Minus von 0,2 gegeben. Zum Vorjahreszeitraum hingegen stieg das BIP um 0,6 Prozent.

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