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07.01.2010

13:19 Uhr

Leitzins

Britische Notenbank bleibt auf Null-Zins-Kurs

Großbritanniens Wirtschaft darbt weiterhin: Die Notenbanker auf der Insel belassen den Leitzins daher bei einem halben Prozent. Immerhin erwarten die Ökonomen, dass die Volkswirtschaft Ende 2009 wieder zum Wachstum zurückfand.

Hauptgebäude der Bank of England: Zeit ist noch nicht reif für Zinserhöhung. dpa

Hauptgebäude der Bank of England: Zeit ist noch nicht reif für Zinserhöhung.

HB LONDON. Die britische Notenbank reagiert auf das absehbare Ende der Rezession mit einer Politik der ruhigen Hand: Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England ließ am Donnerstag den Leitzins unverändert bei 0,5 Prozent und änderte auch am Umgang seines Wertpapierankaufprogramms nichts. Die Notenbanker hatten erst im November die Obergrenze der Ankäufe um 25 Mrd. auf 200 Mrd. Pfund aufgestockt. Damit fließt bereits zusätzliche Liquidität in das krisengebeutelte Finanzsystem des Landes mit dem führenden Bankenstandort London. Das Programm soll nun wie geplant im Februar auslaufen.

Die BoE lässt sich jedoch ein Hintertürchen für eine Ausweitung offen: „Der Umfang wird weiter geprüft“, erklärten die Zentralbanker. Experten gehen jedoch davon aus, dass BoE-Gouverneur Mervyn King sein Pulver trocken halten wird. „Im Februar wird die Notenbank wahrscheinlich eine vorläufige Pause ihrer unkonventionellen Maßnahmen einleiten und die Zinsen konstant halten“, sagte Howard Archer von IHS Global Insight.

Großbritannien steckt im Vergleich zu Deutschland und anderen europäischen Staaten länger in der Krise fest. Das Land dürfte erst Ende 2009 den Weg aus der Rezession gefunden haben: Für die noch in diesem Monat anstehenden Daten zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal erwarten Experten wieder Wachstum. Zuletzt hatten sich Lichtblicke am Arbeits- und auch am Immobilienmarkt abgezeichnet.

Ob die Konjunktur dieses Jahr wieder Fahrt aufnimmt, ist jedoch ungewiss: Im Dezember hat sich das Verbrauchervertrauen eingetrübt. Wegen der Schuldenberge in Rekordhöhe dürfte die künftige Regierung nach der in wenigen Monaten anstehenden Unterhauswahl zudem gezwungen sein, auf die Ausgabenbremse treten. „Angesichts dieser Aussichten könnte die Bank of England mit einer Zinserhöhung bis 2011 warten“, sagt IHS-Experte Archer.

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