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19.01.2009

15:33 Uhr

Monatsbericht

Bundesbank hält Firmen für krisensicher

Die schrumpfende Wirtschaftsleistung stellt nach Ansicht der Bundesbank kein großes Problem für deutsche Firmen dar. Die meisten Unternehmen könnten vielmehr von ihrer hohen Eigenmittelquote zehren, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank.

Den Konjunktureinbruch Ende 2008 führt die Bundesbank vor allem auf die schwächelnde Industrie zurück. Foto: dpa Quelle: dpa

Den Konjunktureinbruch Ende 2008 führt die Bundesbank vor allem auf die schwächelnde Industrie zurück. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Die deutschen Unternehmen sind nach Ansicht der Bundesbank gut für die Konjunkturkrise gerüstet. Ihre soliden Finanzierungsverhältnisse seien für die meisten Firmen eine Art „Krisenpolster“, von dem sie in der Rezession zehren könnten, schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Allerdings hätten viele Firmen ihre Investitionen wegen der Rezession zurückgefahren und entsprechend weniger Bankkredite benötigt. Kleine und mittelständische Unternehmen beantragten im dritten Quartal 2008 erstmals seit drei Jahren weniger Kredite. Dieser Trend habe sich in den vergangenen Monaten fortgesetzt.

Den Konjunktureinbruch Ende 2008 führt die Bundesbank vor allem auf die schwächelnde Industrie zurück, die wegen mangelnder Aufträge aus dem In- und Ausland die Produktion stark drosselte. Das habe auch die Dienstleister mit nach unten gezogen. Zudem leide der Bau darunter, dass neben dem Wohnungsbau im Zuge der Rezession nun auch der Wirtschaftsbau schwächele. Impulse aus dem ersten Konjunkturpaket der Bundesregierung vom November seien noch nicht wirksam geworden.

Von Oktober bis Dezember war die Wirtschaftsleistung nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts um 1,5 bis 2,0 Prozent geschrumpft. Dies wäre der stärkste Quartalsrückgang des Bruttoinlandsproduktes seit 1987.

Dennoch sind die Firmen nach Einschätzung der Bundesbank eher gut gewappnet. Insbesondere ihre hohe Eigenmittelquote und das hohe Niveau des langfristig zur Verfügung stehenden Kapitals könne für manche Unternehmen sogar die Existenzsicherung in der Rezession bedeuten. Das im Vergleich zur Lohnentwicklung kräftige Gewinnwachstum der Firmen in den vergangenen Jahren wirke sich jetzt positiv aus. Mit Ausnahme des Einzelhandels, der unter dem schwachen Konsum und dem massiven Kaufkraftentzug bei den Bürgern durch Mehrwertsteuererhöhung und Inflation zu leiden hatte, hätten praktisch alle wichtigen Wirtschaftszweige von der günstigen Ertragsentwicklung profitiert.

Im Großen und Ganzen hätten die deutschen Unternehmen den Aufschwung der vergangenen Jahre „erfolgreich zur Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit genutzt“, heißt es. Dies gelte vor allem im Vergleich zur Lage nach dem Platzen der „New-Economy-Blase“ zu Beginn des Jahrzehnts. Damals sei die Finanzlage der Unternehmen deutlich fragiler gewesen. Im Zuge der Konjunkturflaute hält die Bundesbank schärfere Kreditstandards für nicht unüblich. Vor allem Großunternehmen spürten dies. Eine allgemeine Kreditverknappung gebe es derzeit aber nicht.

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