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05.01.2015

14:03 Uhr

Preissturz durch billiges Öl

Niedrige Inflation setzt EZB unter Druck

Der Absturz der Ölpreise hat die Inflationsrate in Deutschland 2014 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gedrückt. Die Teuerung sank im Dezember auf 0,2 Prozent. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB handelt.

Der niedrige Ölpreis drückt die Inflation. dpa

Der niedrige Ölpreis drückt die Inflation.

WiesbadenDer Preisdruck in Deutschland ist so schwach wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Die Inflationsrate fiel im Dezember auf 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im gesamten Jahr 2014 stiegen die Preise im Durchschnitt um 0,9 Prozent und damit so langsam wie zuletzt im Rezessionsjahr 2009. Maßgeblich beeinflusst wurde dies durch den Preissturz beim Öl, das sich binnen eines halben Jahres um rund die Hälfte verbilligt hat. Im Dezember fielen die Energiepreise hierzulande um 6,6 Prozent zum Vorjahr. Was die Autofahrer freut, bringt die Europäische Zentralbank (EZB) in die Bredouille. Sie gerät immer stärker unter Druck, mehr Geld ins Finanzsystem zu pumpen und sich damit gegen einen konjunkturschädlichen Preisverfall auf breiter Front zu wappnen.

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Die Preise in der Eurozone steigen kaum noch. EZB-Chef Draghi sieht sich deshalb zum Handeln gezwungen. Doch wäre eine Deflation wirklich so schlimm? Ein Pro und Contra über den Nutzen und Schaden sinkender Preise.

Der Druck dürfte nach Ansicht von Experten noch steigen, wenn die Inflationsrate in der Euro-Zone am Mittwoch fallen sollte. Die EZB sieht stabile Preise bei einer Rate von knapp zwei Prozent gewährleistet, verfehlt dieses Ziel jedoch seit geraumer Zeit deutlich. Zuletzt stand bei der Teuerungsrate im September 2013 eine Eins vor dem Komma. Die EZB will mit aller Macht eine Deflation vermeiden, also eine Spirale aus stetig fallenden Preisen auf breiter Front. Dies könnte die Wirtschaft lähmen, da Umsatz- und Gewinnrückgänge die Folge sein könnten.

Die Währungshüter haben bereits den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt und den Kauf von Hypothekenpapieren und Pfandbriefen beschlossen. Nach Ansicht von Experten steigt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die EZB auf ihrer nächsten Zins-Sitzung am 22. Januar den Kauf von Staatsanleihen in großem Stil ankündigt. Mit einer solchen Geldschwemme könnte sie die Inflation künstlich anheizen und zugleich die maue Konjunktur ankurbeln.

Kommentare (15)

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Herr Karsten Schiefelbein

05.01.2015, 14:57 Uhr

Wieso muss eine Zentralbank einschreiten, wenn es zu einem rohstoffpreisbedingten Inflationsrückgang kommt???

Herr Kurt Siegel

05.01.2015, 15:00 Uhr

Wie pervers ist die Politik der EZB, statt sich zu freuen, dass der redliche Bürger etwas mehr Geld zum Ausgeben hat, muss die Inflation angekurbelt werden, welch buergerfeindliche Politik, und alles wegen des EURO.

Der Deutsche wird nicht nur beim Sparen enteignet sondern Nuss auch die reformunwilligen Südstaaten am Leben erhalten.

G. Nampf

05.01.2015, 15:05 Uhr

@Karsten Schiefelbein

Weil die EZB um jeden Preis die Inflatiom anheben und damit die deutschen Sparguthaben enteignen will. Da ist jedes noch so krude Argument hilfreich.

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