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02.01.2007

16:47 Uhr

Strategien europäischer Top-Manager

Wachstum rauf, Kosten runter

VonBernd Fröndhoff

Europäische Unternehmen wollen im neuen Jahr stärker auf Wachstumskurs gehen. Vor allem die Deutschen setzen auf eine Strategieänderung, die auch Auswirkungen auf den Heimatmarkt haben sollte. Gleichzeitig sprechen Experten von einem „Dilemma“, in dem viele deutsche Firmen befänden.

Strategien der Top-Manager 2007: Grafik: Handelsblatt Handelsblatt

Strategien der Top-Manager 2007: Grafik: Handelsblatt

DÜSSELDORF. Europäische Unternehmen wollen im neuen Jahr stärker auf Wachstumskurs gehen. Vor allem deutsche Firmen legen ihren strategischen Schwerpunkt mehr und mehr auf den Ausbau ihres Geschäfts, nachdem in den vorigen Jahren eher Kostensenkung im Vordergrund stand. Zudem setzen überraschenderweise wieder deutlich mehr Manager auf Wachstum im Heimatmarkt. Diese Trends zeigt der aktuelle Handelsblatt Business-Monitor International. 1 175 Führungskräfte europäischer Unternehmen wurden im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp nach ihren strategischen Plänen für 2007 befragt. Neben Deutschland erstreckt sich die Umfrage auf Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz (Details siehe „Handelsblatt Business-Monitor International“).

Da die Umfrage regelmäßig gemacht wird, lässt sich über die vergangenen Jahre hinweg ein deutlicher Trend ablesen: Im Dezember 2003 gaben 80 Prozent der befragten deutschen Manager an, Kostensenkung hätte für sie hohe bis sehr hohe Bedeutung. Im Dezember 2006 waren es nur noch 67 Prozent. Anders beim Thema Expansion: Vor drei Jahren maßen 72 Prozent dem Wachstum hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. Im Dezember 2006 taten dies 84 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch in Österreich und der Schweiz.

„Die deutschen Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben gemacht und haben nun wieder Luft für mehr Wachstum“, kommentiert Juan Rigall, Geschäftsführer von Droege & Comp, die Ergebnisse. Doch wollen die meisten Manager zugleich die Kostensenkung weiter vorantreiben – auch dies zeigt die Umfrage in allen beteiligten europäischen Ländern. 37 Prozent der deutschen Entscheider rechnen 2007 sogar mit einer weiteren Reorganisation ihres Unternehmens. Allerdings: Nur ein Drittel dieser Gruppe gab an, dass im Zuge der Neuausrichtung weitere Arbeitsplätze abgebaut werden.

Aus Sicht Rigalls wird es in der momentanen Wachstumsphase für Manager zu einer großen Führungsherausforderung, weitere Kostensenkungen im Unternehmen und gegenüber der Öffentlichkeit durchzusetzen. „In der Krise ist eine Restrukturierung einfacher zu begründen“ sagt er. „Doch ist kontinuierliche Verbesserung der Kostenseite weiter notwendig.“ Dies sieht Günter Müller-Stewens, Professor für Strategisches Management an der Uni St. Gallen, ähnlich. „Niedrige Kosten sind die Eintrittskarte dafür, in der Top-Liga einer Branche mitspielen zu dürfen“, sagt er. Zum Gewinn der Meisterschaft reiche dies allerdings nicht. Dafür sei entscheidend, wie gut Firmen ihre Expansion managen und wie fähig sie sind, neue Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln.

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