Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2010

12:04 Uhr

Wirtschaft stabilisiert

Exportverband sieht knapp drei Prozent Plus in 2010

Die Aussichten für das laufende Jahr ziehen deutlich an: Aus Kreisen verlautete, dass die Bundesregierung ihre Prognose auf rund 1,5 Prozent anheben wird. Noch optimistischer ist der Exportverband BGA – knapp drei Prozent Wachstum halten dessen Ökonomen in Deutschland für möglich. Zum Jahresende 2009 zeigen die Indikatoren jedoch erstmal eine Verschnaufpause an.

Exportterminal im Hamburg: Drei Prozent Wachstum für 2010 vorausgesagt. ap

Exportterminal im Hamburg: Drei Prozent Wachstum für 2010 vorausgesagt.

HB BERLIN. Die Bundesregierung wird nach Angaben aus Kreisen ihre Wachstumsprognose für 2010 anheben. „Es werden etwa 1,5 Prozent werden“, sagte ein Regierungsexperte am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Bislang wird mit einem Plus von 1,2 Prozent gerechnet. Die Regierung ist damit vorsichtiger als viele Institute und Verbände. Der Exportverband BGA etwa hält ein fast doppelt so starkes Wachstum von knapp drei Prozent für möglich. Ein Grund für die Vorsicht dürfte sein, dass die Wirtschaft Ende 2009 wohl Schwung verloren hat.

Für das vierte Quartal wird mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von maximal 0,5 Prozent gerechnet. „Auf alle Fälle wird die Rate positiv ausfallen“, sagten übereinstimmend mehrere Regierungsexperten. Das Plus werde aber kleiner sein als im dritten Quartal mit 0,7 Prozent.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht an diesem Mittwoch eine Schätzung zum Wirtschaftswachstum 2009. Die 31 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten rechnen im Schnitt mit einem Einbruch um 4,8 Prozent. Das wäre der stärkste Rückgang in der Geschichte der Bundesregierung. Die neue Regierungsprognose wird offiziell im Jahreswirtschaftsbericht Ende Januar veröffentlicht.

Die Hinweise auf eine holprige Konjunkturerholung hatten sich zuletzt gemehrt. Die exportabhängige Industrie erhielt im November den zweiten Monat in Folge weniger Auslandsaufträge.

Die von der Wirtschaftskrise gebeutelten deutschen Maschinenbauer wittern trotz eines erneuten Auftragsminus im November Morgenluft. Zwar lag der Ordereingang im November 2009 real um zwölf Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Das war jedoch schon ein deutlich besseres Ergebnis als in den Monaten zuvor, als Einbrüche von bis zu 58 Prozent (April) zu beklagen waren. Die Novemberzahlen nährten die Hoffnung, „dass sich nach 13 Monaten tiefen Falls jetzt endlich eine wenn auch zaghafte Besserung einstellt“, erklärte der VDMA.

Auch der Einzelhandel klagte über Umsatzeinbußen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. Die Zahl der Firmenpleiten beschleunigt sich unterdessen. 2848 Unternehmen mussten im Oktober Insolvenz anmelden - 15,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das ist der größte Anstieg seit März.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×