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20.08.2014

07:26 Uhr

Brandenburgs CDU-Chef

Keine Koalition mit der AfD

Die Alternative für Deutschland (AfD) erhält einen Dämpfer im Vorfeld der Landtagswahlen in den neuen Bundesländern: Brandenburgs CDU-Parteichef Michael Schierack schloss eine Koalition mit der AfD kategorisch aus.

Brandenburgs CDU Vorsitzender Michael Schierack  auf der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow: „Mit der AfD wird es keine Koalition nach der Landtagswahl geben“. dpa

Brandenburgs CDU Vorsitzender Michael Schierack auf der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow: „Mit der AfD wird es keine Koalition nach der Landtagswahl geben“.

PotsdamBrandenburgs CDU-Parteichef und Spitzenkandidat Michael Schierack hat der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) für die Wahl am 14. September erstmals eine klare Absage erteilt. „Mit dieser Partei wird es keine Koalition nach der Landtagswahl geben, genauso wenig wie mit der Linkspartei oder der NPD“, sagte Schierack der Nachrichtenagentur dpa. „Was ich in den letzten Wochen landespolitisch von der AfD gehört habe, zum Beispiel zu ihrem Familienbild beim Stichwort Drei-Kind-Familie, passt überhaupt nicht zur Union.“ Seine Partei stehe für Eigenverantwortung und mache den Menschen keine Vorschriften.

Allerdings geben die Umfragen in Brandenburg derzeit ohnehin keine Mehrheit für CDU und AfD her. In Thüringen, wo ebenfalls am 14. September gewählt wird, hat CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht eine Koalition mit den Euroskeptikern ausgeschlossen - anders als ihr Kollege Stanislaw Tillich in Sachsen, wo bereits am 31. August gewählt wird.

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Schierack legte sich für Brandenburg auf eine große Koalition mit der SPD als Wahlziel fest. Die Union wolle das Land voranbringen, erklärte er: „Dafür braucht Brandenburg eine stabile und solide Regierung. Die gibt es nur mit einer großen Koalition, und dafür braucht es eine starke CDU.“ Allerdings hatte sich der Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat Dietmar Woidke unlängst klar zum bisherigen Regierungspartner Linkspartei bekannt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Jens Großer

20.08.2014, 13:25 Uhr

Warum sollte die Absage der CDU an die AfD ein Dämpfer sein? Ich möchte bezweifeln das es der AfD überhaupt gut tun würde mit der CDU zu koalieren!

Und wenn ich dann das "„Was ich in den letzten Wochen landespolitisch von der AfD gehört habe, zum Beispiel zu ihrem Familienbild beim Stichwort Drei-Kind-Familie, passt überhaupt nicht zur Union.“ lese. Da wird so getan als ob die AfD einen Zwang für 3 Kinder pro Familie einführen will.
Aber mit eins hat er wirklich Recht. Das passt wirklich nicht mehr zur CDU. Denn die normale Familie ist ja mittlerweile "out" in Deutschland. Vor allem die CDU biedert sich ja mittlerweile auch allen anderen Lebensmodellen an!
Die AfD nimmt nur den Platz ein den früher noch die CDU innehatte!

Herr Rene Weiß

20.08.2014, 13:52 Uhr

Das sehe ich auch so. Um der Demographie und der Zersetzung Deutschlands entgegenzuwirken, war es wohl nur eine Empfehlung oder ein Wunsch, da sonst bald wieder die Sozialsysteme durch die vielen Händeaufhalter zusammenbrechen. Und die CDU hat Angst und versucht nach wie vor, die AfD in die rechte Ecke zu drücken.

Herr Adre Klarmann

22.08.2014, 19:41 Uhr

Die CDU ist eine kulturell-linke Partei

Wer noch einen (weiteren) Beweis brauchte, dass die CDU keine auch nur ansatzweise konservative Partei ist, der hat ihn jetzt bekommen:

[i]„Was ich in den letzten Wochen landespolitisch von der AfD gehört habe, zum Beispiel zu ihrem Familienbild beim Stichwort Drei-Kind-Familie, passt überhaupt nicht zur Union.“ Seine Partei stehe für Eigenverantwortung und mache den Menschen keine Vorschriften.[i]

Mit dieser Aussage verrät die CDU ihre ganze Verachtung für die Familie. Eltern, die sich für die Gesellschaft einbringen und Kinder großziehen, sind für die CDU bestenfalls genau so förderbedürftig für die Gesellschaft wie ichzentrierte, das Ego und ihre Selbstwirklichung über alles setzende kinderlose Karrieristen. Gleichzeitig fördert die CDU unter Aufwendung von Milliarden Steuergeldern die Fremdbetreuung von Kleinstkindern und wagt es dann noch von Selbstbestimmung zu sprechen.

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