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13.08.2014

09:53 Uhr

Forsa

Institut sieht AfD in Landesparlamenten

Premiere in Ostdeutschland? Die Alternative für Deutschland (AfD) ist einer Analyse zufolge in der Lage, in Brandenburg, Thüringen und Sachsen in Landesparlamente einzuziehen. Die Union verliert an Zustimmung. Stimmen.

Ein Wahlplakat der Partei Alternative für Deutschland (AfD): Die Partei könnte in ostdeutsche Landesparlamente einziehen. dpa

Ein Wahlplakat der Partei Alternative für Deutschland (AfD): Die Partei könnte in ostdeutsche Landesparlamente einziehen.

BerlinDie eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) hat nach Einschätzung des Forsa-Instituts gute Chancen, bei den Wahlen Ende August und Mitte September in die Landesparlamente von Sachsen, Thüringen und Brandenburg einzuziehen. „Dort gibt es ein rechtsradikales Wählerpotenzial, das auch für die AfD empfänglich ist“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem Magazin „Stern“ laut Vorabbericht vom Mittwoch.

Auf Bundesebene verharrte die AfD in einer wöchentlichen Umfrage für den „Stern“ und den Sender RTL bei fünf Prozent. Die Union verlor einen Prozentpunkt und kam auf 42 Prozent. Die SPD blieb bei 24 Prozent, die Grünen gewannen einen Punkt auf zehn Prozent hinzu. Linke und FDP stagnierten bei neun beziehungsweise vier Prozent.

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

Für den aktuellen Wahltrend befragte Forsa 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger zwischen dem 4. und 8. August. In Sachsen wird am 31. August ein neuer Landtag gewählt, in Thüringen und Brandenburg am 14. September.

Von

rtr

Kommentare (24)

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Herr Woldemar von Stechlin

13.08.2014, 10:21 Uhr

Da sollten sich die 4% FDP Wähler mal überlegen, ob sie ihre Stimme ganz verschenken oder mit der AfD eine Partei unterstützen, in der noch wirtschaftliche Vernunft herrscht....

Frau Helga Trauen

13.08.2014, 10:34 Uhr

Die AfD ist eine illiberale Partei - eben erzkonservativ! Das bißchen Erhardsche Ordopolitik reicht nicht aus.
Ich wähle den ungültigen Stimmzettel. Die AfD mit Storch, Petry, Lucke, etc. NIE WIEDER!

Herr Tim Engel

13.08.2014, 10:38 Uhr

Viele Bürger in Sachsen sind von krankmachenden Verkehrslärm betroffen. Leider findet dies im Wahl-o-Mat keine Berücksichtigung. Daher haben Bürger aus dem sächsischen Elbtal den Bahn-o-Mat erarbeitet (www.bahn-o-mat.de). In diesem können Bürger ihre Standpunkte mit den Positio-nen von 8 Parteien zum Thema Schienenlärm abgleichen. Folgende Parteien sind dabei: AfD, Grüne, CDU, DieLinke, FDP, Freie Wähler, SPD und Piraten. Die Ergebnisse sind sehr interessant.

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