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22.08.2014

01:24 Uhr

Landtagswahl in Sachsen

AfD auf Siegeszug, FDP am Abgrund

Noch eineinhalb Wochen bis zur Landtagswahl in Sachsen. Umfragen sehen die AfD über fünf Prozent, die SPD hofft auf neue Wähler und die NPD könnte wieder ins Parlament einziehen. Die Bündnisspekulationen laufen heiß.

Im Plenarsaal des Sächsischen Landtags wird die Dekoration für ein Fernsehstudio vorbereitet. Umfragen sehen die AfD vor dem Einzug in den sächsischen Landtag. Das wäre Deutschlandweit ein Novum. dpa

Im Plenarsaal des Sächsischen Landtags wird die Dekoration für ein Fernsehstudio vorbereitet. Umfragen sehen die AfD vor dem Einzug in den sächsischen Landtag. Das wäre Deutschlandweit ein Novum.

LeipzigEineinhalb Wochen vor der Landtagswahl will sich in Sachsen keine Wechselstimmung einstellen. Die seit 1990 regierende CDU wird aller Voraussicht nach wieder stärkste Partei werden.

In einer am Donnerstagabend veröffentlichten ARD-Vorwahlumfrage kommt die Regierungspartei auf 40 Prozent, das sind zwei Punkte weniger als bei der Befragung Anfang Juli. Ein ähnliche Ergebnisse hatte auch das ZDF-„Politbarometer“ erbracht.

Also alles wie gehabt? Nicht ganz, denn Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) wird sich wohl einen neuen Partner suchen müssen. Die Chancen, dass die bisher mitregierende FDP in Sachsen ihre letzte Bastion verteidigen kann, stehen schlecht. Die ARD-Umfrage sieht die Liberalen bei 3,5 Prozent. 30 Prozent sind der Ansicht, dass erneut eine schwarz-gelbe Koalition „gut für Sachsen“ wäre.

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Noch aber kämpft FDP-Spitzenmann Holger Zastrow unermüdlich dagegen an, im bundesweiten Abwärtssog der Liberalen mitgerissen zu werden. „Die sächsische FDP lebt“, verkündet er fast trotzig und listet politische Erfolge auf, wie etwa wiederbelebten alten Autokennzeichen. Zugleich warnt er vor dem Ende der aus seiner Sicht „letzten marktwirtschaftlichen Regierung in Deutschland“ und einer nun auch in Dresden drohenden großen Koalition. Mit der SPD, so Zastrow, drifte die CDU „immer weiter nach links“.

Sollte die FDP aus dem Parlament fliegen, steht die SPD tatsächlich als potenzieller Partner bereit. „Ja, ich will, dass wir regieren“, sagt SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig, der sich gern als junger frischer Gegenpol zum angegrauten Landesvater Tillich präsentiert. Der erst 40-Jährige steht vor seiner großen Bewährungsprobe. Er war vor fünf Jahren als Landeschef angetreten, um die Partei aus einem tiefen Tal zu führen.

In den vergangenen Jahren war die SPD in Sachsen nicht mehr als eine Zehn-Prozent-Partei. Nun hofft sie auf einen kleinen Aufschwung. Jüngste Umfragen sehen die Partei immerhin bei 14 Prozent. 54 Prozent sprechen sich für eine Koalition von CDU und SPD aus. In einer Koalition mit der CDU wäre die SPD aber allenfalls ein Mini-Partner wie 2004 bis 2009, als beide schon einmal gemeinsam regierten.

Kommentare (11)

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Frau Margrit Steer

21.08.2014, 11:55 Uhr

Unter einer Merkel kann die AfD niemals Bündnispartner der CDU werden.
Die CDU muß erst einmal gründlich in ihren Reihen aufräumen.

Herr Ronald Bernard

21.08.2014, 12:08 Uhr

Die Mitglieder der AfD müssen sehr genau aufpassen, dass ihre beiden Topleute Henkel und Lucke, nicht zu UBoot-Fahrern mutieren.

Bei Henkel konnte man dies bis vor kurzem noch ausschliessen, jedoch nach der Sanktionsabstimmung gegen Russland im EU-Parlament, ist man sich auch bei ihm nicht mehr sicher.

Herr Thomas Melber

21.08.2014, 12:10 Uhr

Die AfD ist der Wiedergänger der FDP, von daher bleibt uns diese ja in anderem Gewand erhalten. In jedem Fall: für Patrioten nicht wählbar.

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