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08.09.2016

20:00 Uhr

AfD-Fraktion in Schwerin steht

Die Gesichter des Rechtsrucks

Wie weit rechts steht die AfD? Im Machtzentrum ihrer jüngsten Landtagsfraktion in Deutschland ist der rechte Flügel der Partei jedenfalls in der Mehrheit. Die Köpfe der AfD-Fraktion im Überblick.

Im Schloss hat die AfD in Mecklenburg-Vorpommern eine Landtagsfraktion gegründet. dpa

Konstituierung AfD-Landtagsfraktion

Im Schloss hat die AfD in Mecklenburg-Vorpommern eine Landtagsfraktion gegründet.

SchwerinNach ihrem fulminanten Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD am Donnerstag in Schwerin ihre neunte Fraktion in einem deutschen Landesparlament gegründet. Fünf Stunden brauchten die Parlamentsneulinge, um sich eine Geschäftsordnung zu geben und den fünfköpfigen Fraktionsvorstand zu wählen. Dort ist der rechte Flügel in der Mehrheit.

Vorsitzender wurde erwartungsgemäß der frühere Radiomoderator Leif-Erik Holm, Landesparteichef und Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf. Erst im dritten Anlauf und dann durch Losglück erhielt Matthias Manthei den Posten des parlamentarischen Geschäftsführers. Beide werden zum bürgerlich-gemäßigten Lager innerhalb der AfD gezählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Holger Arppe, Enrico Komning und Ralph Weber. Sie werden dem rechten Flügel in der Partei zugerechnet.

Probleme sieht Holm deswegen nicht. Es gebe unterschiedliche Auffassungen in der Partei, aber man arbeite zum größten Teil ja schon im Landesvorstand zusammen. Lediglich der Greifswalder Jura-Professor Weber ist dort nicht vertreten. Er kam mit dem Rückenwind des stärksten Erststimmenergebnisses in den Fraktionsvorstand. Gut jeder Dritte in seinem Wahlkreis, zu dem die Urlaubsinsel Usedom gehört, wählte den umstrittenen Jura-Professor.

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Holm hatte versucht, eine solche Konstellation zu vermeiden - letztlich erfolglos. Im Entwurf für die Geschäftsordnung standen Passagen, die dem Vorsitzenden mehr Macht gegeben hätten. Sie wurden gestrichen. Zum Beispiel sein Vorschlagsrecht für den parlamentarischen Geschäftsführer. Auch waren zunächst nur zwei statt drei Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden vorgesehen. Bei Stimmengleichheit der dann insgesamt vier Vorstandsmitglieder sollte die Stimme des Fraktionschefs entscheiden. So ist es nicht gekommen.

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