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13.03.2016

19:43 Uhr

Kommentar zu den Landtagswahlen

Donnergrollen reicht bis nach Berlin

VonThomas Sigmund

Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hat die Große Koalition einen riesigen Denkzettel bekommen. Sieger sind andere. Die Folgen dieses Wahltags für die Bundespolitik.

Angela Merkel wird das Wahlergebnis nicht stürzen – doch das Murren über die Parteichefin in den eigenen Reihen wird kräftig zunehmen.

Gewitter in Berlin

Angela Merkel wird das Wahlergebnis nicht stürzen – doch das Murren über die Parteichefin in den eigenen Reihen wird kräftig zunehmen.

Berlin Die Landtagswahlen schicken ihre Erdbebenwellen bis nach Berlin. Die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin hat alle landespolitischen Themen überlagert. Die Bürger haben jetzt ihr Urteil über CDU und SPD gesprochen. Das fällt verheerend aus.

Fangen wir bei der CDU an. Die einst stolze Partei Baden-Württembergs ist nur noch ein rauchender Trümmerhaufen. Hinter den Grünen auf Platz 2 und unter 30 Prozent. Guido Wolf, der unbekannte Spitzenkandidat hat seinen Teil dazu beigetragen. Doch die Schuld allein bei ihm zu suchen, das wäre zu einfach.

Julia Klöckner hat in Rheinland-Pfalz einen 10-Punkte-Vorspung auf die SPD und damit auch den Sieg verspielt. Dass ausgerechnet mit Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt einer aus der CDU ins Ziel kommt, der sich in Seehofer-Manier von der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin strikt abgegrenzt hat, spricht schon für sich. Auch wenn in Ostdeutschland die Uhren anders ticken, ist das mehr als ein politischer Fingerzeig.

Thomas Sigmund ist Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros.

Der Autor

Thomas Sigmund ist Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros.

Merkel wird das Wahlergebnis nicht stürzen. Im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale, hieß es bereits vor dem Wahlabend: Jeder verliert für sich allein. Doch das Murren in den eigenen Reihen wird kräftig zunehmen. Vor allem die CSU wird keine Ruhe mehr geben.

SPD-Chef Sigmar Gabriel brauchte den Erfolg von Malu Dreyer. Nach der Wiederwahl der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin kommt Gabriel noch einmal mit einem tiefblauen Auge davon. Im Wahlkampf lebte die Landeschefin nicht vom Glanz Gabriels, sondern es verhielt sich genau umgekehrt. Die Zahlen für die SPD sind trotzdem verheerend. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD in Baden-Württemberg, in Sachsen-Anhalt liegen die Sozialdemokraten abgeschlagen hinter der AfD. Da kann man nicht mehr von Volkspartei spreche, jedenfalls im Süden und im Osten der Republik.

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