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14.03.2016

12:37 Uhr

Kretschmann und Baden-Württemberg

Kretschmann hält sich alle Optionen offen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann will bereits am Mittwoch mit Koalitionsverhandlungen beginnen – mit FDP, SPD und CDU. Der populäre Politiker warnt schon vor Beginn vor langen Gesprächen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident bei einer Pressekonferenz in Stuttgart: Die Koalitionsgespräche könnten viele Wochen dauern, warnte der Grüne am Montag. dpa

Winfried Kretschmann

Baden-Württembergs Ministerpräsident bei einer Pressekonferenz in Stuttgart: Die Koalitionsgespräche könnten viele Wochen dauern, warnte der Grüne am Montag.

StuttgartNach dem Wahlsieg der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg will Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits am Mittwoch erste Gespräche zur Regierungsbildung führen. Eingeladen zu den Sondierungsgesprächen seien alle demokratischen Parteien im Landtag, sagte er am Montag nach einer Vorstandssitzung seiner Partei. Begonnen werde mit FDP und SPD am Vormittag. Am Nachmittag schlössen sich Gespräche mit der CDU an.

Er gebe keiner Koalition, weder einer sogenannten Ampel noch einem grün-schwarzen Bündnis, den Vorzug und gehe ohne Vorfestlegungen in die Treffen, sagte Kretschmann. Er leite seine Rolle in der Regierungsbildung - „bei aller Bescheidenheit“ - von dem im Wahlergebnis sichtbaren Vertrauen in seine Amtsführung und seinen Regierungsstil ab. Die Gespräche könnten viele Wochen dauern. Es sei wichtig, „eine stabile und solide Regierung zu bilden“.

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Bei der Landtagswahl am Sonntag waren die Grünen mit dem im Land äußerst beliebten Ministerpräsidenten Kretschmann mit 30,3 Prozent stärkste Kraft vor der CDU mit 27,0 Prozent geworden. Eine Fortsetzung der bisherigen grün-roten Koalition ist aber nicht möglich, weil die SPD auf 12,7 Prozent abstürzte. Die AfD kam bei der Wahl als drittstärkste Kraft auf 15,1 Prozent, die FDP auf 8,3 Prozent.

Neben einem grün-schwarzen Bündnis und einer Ampel-Koalition ist in Baden-Württemberg auch eine so genannte Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP möglich. Die Union will auch die Möglichkeit dafür ausloten. Gespräche mit der AfD lehnen alle anderen Parteien ab.

Kretschmann machte erneut deutlich, dass er den Auftrag zur Regierungsbildung bei den Grünen sieht. Die Wahl sei ein Votum dafür, dass er und seine Partei die Regierungsbildung in die Hand nehmen sollten, sagte der Ministerpräsident. Es sei nun wichtig, "eine stabile und solide Regierung zu bilden".

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