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19.02.2016

15:31 Uhr

Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Die AfD auf Augenhöhe mit der SPD

Sechsmal führte die CDU die Regierung in Sachsen-Anhalt an, zweimal stellte die SPD den Regierungschef. Bei der Landtagswahl am 13. März haben drei Kandidaten gute Chancen. Doch es gibt einen großen Unsicherheitsfaktor.

Demonstranten der Partei Alternative für Deutschland (AfD) protestieren gegen die etablierten Parteien. In Sachsen-Anhalt könnte sie die Mehrheitsverhältnisse im Landtag durcheinander bringen. dpa

Hauptsache Protest

Demonstranten der Partei Alternative für Deutschland (AfD) protestieren gegen die etablierten Parteien. In Sachsen-Anhalt könnte sie die Mehrheitsverhältnisse im Landtag durcheinander bringen.

MagdeburgKontinuität oder Politikwechsel? Und wie stark wird die AfD? Dies sind die Kernfragen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 13. März. Gleich drei Spitzenkandidaten haben Aussichten auf das Amt des Ministerpräsidenten.

Eines der zentralen Themen im Wahlkampf in Städten wie Magdeburg, Halle oder Dessau-Roßlau ist das Flüchtlingsthema. „Die Flüchtlingskrise wird bei dieser Wahl voll durchschlagen“, prognostiziert der Magdeburger Politologe Wolfgang Renzsch.

Großer Gewinner könnte die AfD sein. Sie warnt vor einer „sozialen Katastrophe“ durch die Asylpolitik. Umfragen trauen der AfD den Sprung in den Landtag klar zu. In einer vom MDR zuletzt veröffentlichten Infratest-dimap-Umfrage liegt die AfD bei 17 Prozent – das wäre ein bundesweiter Rekordwert für die Rechtspopulisten.

Erfahrungen mit Strömungen am rechten Rand hat Sachsen-Anhalt bereits. 1998 erreichte die rechtsextreme DVU überraschend 12,9 Prozent - so viel wie nie zuvor bei einer Landtagswahl. Doch die mit 16 Abgeordneten in den Landtag einziehende Partei zerstritt sich. Später fusionierte die DVU mit der NPD, die 2011 mit 4,6 Prozent der Stimmen knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

Sachsen-Anhalt als Hochburg rechter Parteien? Politologe Renzsch ist vorsichtig. „Die AfD ist lautstark, aber im Grunde sind es Minderheitspositionen“, sagt er. Zudem sei sie im Norden des Landes schwächer als im Süden oder in Sachsen und Thüringen.

Dort war die AfD 2013 mit 9,7 beziehungsweise 10,6 Prozent in den Landtag gekommen. Dazu passt auch, dass die AfD bei Demonstrationen in Magdeburg zuletzt immer weniger Bürger auf die Straße bringen konnte und Ableger der Dresdner Pegida-Bewegung in Sachsen-Anhalt kaum Fuß fassen konnten.

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