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09.03.2017

15:29 Uhr

Handelsblatt Clubgespräch

Hannelore Kraft und der Schulz-Effekt

VonKathrin Witsch

Zwei Monate vor den Wahlen sind alle Augen auf Nordrhein-Westfalen gerichtet. Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann und Ex-Wirtschaftsminister Bodo Hombach ziehen im Wirtschaftsclub eine überraschend positive Bilanz.

Beim Handelsblatt Wirtschaftsclub haben von Alemann und Hombach deswegen über Zukunft, Vergangenheit und Perspektiven für das 17 Millionen-Einwohner-Land.

Wirtschaftclubabend mit Bodo Hombach

Beim Handelsblatt Wirtschaftsclub haben von Alemann und Hombach deswegen über Zukunft, Vergangenheit und Perspektiven für das 17 Millionen-Einwohner-Land.

DüsseldorfKasernenstraße 67, keine 700 Meter Luftlinie bis zum nordrhein-westfälischen Landtag – im Stammhaus der Verlagsgruppe Handelsblatt schlägt die Stunde großer Politik. Zumindest wird darüber gesprochen. Gut 100 Mitglieder des Handelsblatt Wirtschaftsclubs hofften am Mittwochabend auf klärende Antworten, vielleicht sogar Lösungen für die drängendsten Probleme ihres Bundeslandes. Schließlich hatte Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor des Handelsblatts, mit Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann und Ex-NRW-Wirtschaftsminister Bodo Hombach (SPD) zwei echte Nordrhein-Westfalen-Kenner eingeladen.

NRW – der Flächenstaat ist ein Hort vieler Probleme. Das Land spaltet sich. Nicht nur sozial, auch wirtschaftlich. Während der Großraum zwischen Düsseldorf und Köln und Regionen wie das Münsterland oder Südwestfalen boomen, bleibt das Ruhrgebiet ein schwarzer Fleck. Mit seiner schwindenden Industrie, überdurchschnittlicher Arbeitslosenquote, erhöhtem Armutsrisiko und prekären Stadtteilen ist es seit Jahrzehnten auf besondere Unterstützung angewiesen.

Zusätzlich verweilt NRW in zahlreichen Ländervergleichen immer noch auf den letzten Plätzen. Kaum ein Bundesland investiert so wenig Geld in die Ausbildung seiner Schüler. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge wurden 2014 rund 5900 Euro pro Schüler in die Ausbildung investiert. Im Bundesdurchschnitt waren es 6700 Euro. Aber auch beim Wirtschaftswachstum, beim Schuldenabbau und bei der Kinderbetreuung steht NRW schlechter da als andere Länder. Eine eigentlich harte Ausgangslage für ein Podiumsgespräch, zwei Monate vor der so genannten „Kleinen Bundestagswahl“. Die Ergebnisse in NRW gelten stets als wegweisend für die Bundestagswahlen. Das Interesse um den Vormachtskampf im Rheinland ist dementsprechend hoch.

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Beim Handelsblatt Wirtschaftsclub haben von Alemann und Hombach deswegen über Zukunft, Vergangenheit und Perspektiven für das 17 Millionen-Einwohner-Land geredet. Ihre Bilanz fällt überraschend positiv aus. Schließlich sei die Wirtschaft im vergangenen Jahr nach einer Nullrunde 2015 auch wieder gewachsen, betont von Alemann. Ein Plus von 2,1 Prozent im ersten Halbjahr 2016, damit liegt NRW auf Platz acht der Bundesländer und nur 0,2 Prozentpunkte unterhalb des bundesdeutschen Durchschnitts. „Für mich ist das Glas eher halb voll als halb leer“, bekräftigt der Politikwissenschaftler. Da musste der ein oder andere Gast dann doch schmunzeln, manch einer gar verständnislos mit dem Kopf schütteln.

Die Prognose für das gesamte Jahr liegt allerdings erst Ende des Monats vor. Dass das Land trotzdem unter seinen Möglichkeiten liege, konnte von Alemann dann allerdings nicht abstreiten, als Moderator Hans-Jürgen Jakobs ihn auf die überdurchschnittlich hohe pro-Kopf-Verschuldung, die außergewöhnlich hohe Arbeitslosigkeit und das eben immer noch unterdurchschnittliche Wirtschaftswachstum des Landes aufmerksam machte.

„Ich leide darunter, dass wir in NRW in so vielen Punkten Schlusslicht sind“, pflichtete Hombach bei. Aber das sei eben auch ein Appell für größere Anstrengungen. „In der Vergangenheit gab es zu wenig faktische Gestaltung“, jetzt müsse man Geld in die Hand nehmen. Und das passiere ja auch: „Der Wirtschaftsminister hat angekündigt, 1,4 Milliarden Euro in die Infrastruktur im Land zu stecken.“ Das sei genau der richtige Weg. Schließlich seien die Nordrhein-Westfalen schon immer mit dem Motto gegangen: „Wir haben zwar größere Probleme als andere, aber wir schaffen das schon.“ Hombach bezieht sich dabei an seine Zeit unter Johannes Rau im Jahr 1985.

Kommentare (1)

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09.03.2017, 15:58 Uhr

NRW das Bundesland von No-Go Zonen und Rot-Grünen Politikversagen. Das Land in dem die Polizei keinen Rückhalt von CDU,SPD,Grüne und Linke bekommt...ein Bundesland das man auch gerne "Homeland" nennen darf.
Die AfD wird hier erst einmal für Ordnung und Rechtstreue schaffen müssen.

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