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14.05.2017

18:31 Uhr

Landtagswahl in NRW

Der eigentliche Star ist die FDP

VonThomas Sigmund

Die FDP feiert in NRW ein historisches Ergebnis und bereitet ihre Rückkehr in den Bundestag vor. Christian Lindner ist dabei nicht der einzige Trumpf der Partei. Die besinnt auf liberale Tugenden. Ein Kommentar.

Regierungsbildung in NRW

Lindner: „Als Antreiber gefällt mir die FDP sehr gut“

Regierungsbildung in NRW: Lindner: „Als Antreiber gefällt mir die FDP sehr gut“

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Christian Lindner ist das Comeback der deutschen Politik geglückt. Mit einem grandiosen Ergebnis bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ebnet er seiner Partei den Weg in den Bundestag. Die Vorlage seines Erfolges schuf vor einer Woche Wolfgang Kubicki in Schleswig-Holstein, jetzt legt der FDP-Chef nach. Er ist dabei nicht wie ein Phönix aus der Asche gestiegen, sondern hat sich mit harter Kärrnerarbeit das Vertrauen erarbeitet, das seine Vorgänger beinahe unwiderruflich verspielten.

Das Ergebnis von Düsseldorf widerlegt die These, dass die FDP nur auf Kosten der CDU dazugewinnen kann. CDU und FDP konnten bei den beiden letzten Wahlen in Kiel und heute in Düsseldorf zulegen. In NRW fehlt für eine schwarz-gelbe Mehrheit nur wenig. Lindner konnte nicht nur durch einen in den sozialen Medien kreativen Wahlkampf überzeugen. Er war auch in den letzten Jahren im Düsseldorfer Landtag der heimliche Oppositionsführer.

Nach seiner Findungsphase besann er sich wieder auf den liberalen Dreiklang: Soziale Marktwirtschaft, Bildung und Bürgerrechte. Neu ist das Thema Digitalisierung, das vor allem die jungen FDP-Wähler angesprochen hat. Ein ganz neuer, härterer Sound ist von Lindner bei der inneren Sicherheit, der Türkei-Politik und bei der Euro-Rettung zu hören. Das alles klingt jedenfalls nicht orientierungslos und kam bei der liberalen Wählerschaft in NRW gut an.

+++ NRW-Wahl im Newsblog +++: FDP betont ihre Eigenständigkeit

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FDP betont ihre Eigenständigkeit

Rot-Grün ist abgewählt, Wahlsieger in NRW ist Armin Laschet. Das vorläufige Endergebnis bestätigt: Die Linke verpasst den Einzug in den Landtag. Möglich ist nun eine schwarz-gelbe Koalition. Doch es gibt Gesprächsbedarf.

Manch einer der Kritiker von Lindner sprechen gerne von der One-Man-Show der FDP. Wie das desolate Ergebnis der Grünen in NRW zeigt, ist es auf jedenfalls besser als ein No-Man-Show. Ohne einen vorzeigbaren Spitzenmann oder wie in NRW eine vorzeigbare Spitzenfrau geht es nicht.

Die Lektionen müssen die Grünen gerade lernen. In Schleswig-Holstein holte der sympathische Robert Habeck ein gutes Ergebnis. Nach zwei demütigenden Niederlagen von Rot-Grün in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sind jetzt die Liberalen wieder obenauf. Lindner ist in NRW sein Gesellenstück geglückt. Im Herbst bei der Bundestagswahl steht nun sein Meisterstück an.

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