Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.04.2017

17:21 Uhr

Parteitag der NRW-CDU

Lass das mal die Mutti machen

VonKathrin Witsch

Während die SPD ungeahnte Höhen erreicht, dümpelt die CDU in NRW bei 30 Prozent. Mit Angela Merkel startet Spitzenkandidat Laschet in den Wahlkampf und hofft auf Aufwind. Von alleine wird der nicht kommen. Eine Analyse.

Angriff auf SPD

Merkel: „Die Sozialdemokraten hadern mit ihrer Vergangenheit"

Angriff auf SPD: Merkel: „Die Sozialdemokraten hadern mit ihrer Vergangenheit"

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

MünsterErst als die hinteren Reihen verhalten applaudieren, realisiert auch der Rest, dass da gerade die Bundeskanzlerin in den Saal marschiert. Schnell ertönt Musik, und Armin Laschet, der Vorsitzende der CDU in Nordrhein-Westfalen, eilt ans Rednerpult und begrüßt Angela Merkel auf dem Landesparteitag in Münster. Rhythmisches Klatschen, kein Jubel, keine Pfiffe, keine „Angela“-Rufe. Laschet bedankt sich für die „typisch westfälische Begrüßung“ und kann sich ein Lachen selbst nicht verkneifen.

Gerade jetzt könnte der Stimmungsunterschied zwischen CDU und SPD größer nicht sein. Nirgendwo wird das zur Zeit deutlicher, als in Nordrhein-Westfalen, sechs Wochen vor der Landtagswahl. Wo sich die amtierende Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei jeder Gelegenheit vor Euphorie fast heiser schreit, während die anwesenden Genossen ihr lauthals zujubeln, muss sich CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet erst eine Dreiviertelstunde warm reden, bevor den Anwesenden eine andere Reaktion als pflichtbewusstes Klatschen zu entlocken ist.

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gilt all gemeinhin als Gradmesser für die Bundestagswahl. Aber noch nie war diese Redensart so zutreffend wie in diesem Jahr. Denn die Spitzenkandidaten der beiden stärksten Parteien sind ein Abbild der Kandidaten für die Wahlen im September.

Da steht auf der einen Seite Hannelore Kraft (SPD) mit Martin Schulz: nahbar, menschlich, emotional. Beide mit dem Motto der sozialen Gerechtigkeit. Auf der anderen Seite Armin Laschet (CDU) und Angela Merkel. Es ist kein Geheimnis, dass der stellvertretende Bundesvorsitzende politisch mit der Kanzlerin auf einer Linie ist. Beide kommen eher pragmatisch, verbindlich und mit ruhigerem Gemüt daher. Man kann also nicht nur sagen, Laschet gegen Kraft, sondern Merkel gegen Schulz.

Der Chefökonom über Merkels Wahlkampf: Ein Glücksfall für die Kanzlerin

Der Chefökonom über Merkels Wahlkampf

Premium Ein Glücksfall für die Kanzlerin

Gegen Charismatiker Schulz setzt die amtsmüde Kanzlerin auf den alten Adenauer-Slogan: „Keine Experimente“. Geht ihre Strategie auf? Das hängt auch von möglichen weiteren Attacken Trumps und Erdogans ab. Eine Analyse.

Politikwissenschaftler mahnen zwar, dass ein schlechtes Ergebnis der CDU in Nordrhein-Westfalen nicht heißen müsse, dass das Ergebnis im Bund genauso ausfällt. Aber helfen würde es Angela Merkel wenig. Was ebenfalls ein Grund dafür sein könnte, dass die Kanzlerin bis zum 14. Mai insgesamt acht Wahlkampfauftritte für Armin Laschet absolviert. Das hat er auch bitter nötig. Sieben Punkte hängt die CDU in den Umfragen aktuell hinter der SPD. Und im direkten Vergleich mit Kraft, würden lediglich 23 Prozent Armin Laschet als Ministerpräsidenten bevorzugen. Dabei hat die Partei aus der Opposition heraus viele Argumente auf ihrer Seite. Im Wahlkampfprogramm werden auch genau die in den Vordergrund gestellt: Bildung, Wirtschaft und Innere Sicherheit. Das sind Themen, bei denen Hannelore Kraft angreifbar ist.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Heinz Keizer

03.04.2017, 09:10 Uhr

Die CDU sollte mal überlegen, warum die SPD in Umfragen vor der CDU liegt, obwohl die Bilanz von Frau Kraft negativ ist. Auf dem Parteitag war sie auch noch stolz auf ihre Leistung. Eine Aufbruchstimmung für die CDU wird weder von Laschet noch von Merkel in NRW ausgehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×