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02.05.2017

23:32 Uhr

TV-Duell in NRW

Die Qual der Wahl

VonKathrin Witsch

Knapp zwei Wochen vor den Wahlen in NRW machen die beiden Spitzenkandidaten von SPD und CDU im TV-Duell eines deutlich: Die großen Unterschiede sucht man zwischen Hannelore Kraft und Armin Laschet vergeblich.

Armin Laschet, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) debattieren im Fernsehstudio. Am 14. Mai findet in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl statt. dpa

TV-Duell zur NRW-Wahl

Armin Laschet, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) debattieren im Fernsehstudio. Am 14. Mai findet in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl statt.

DüsseldorfHannelore Kraft wirkt in ihrem SPD-roten Blazer selbstsicher und ruhig, während sie entspannt lächelnd in die Kamera schaut, die Hände auf dem Pult vor sich gefaltet. Armin Laschet (CDU) steht mit heruntergezogenen Mundwinkeln und zusammengekrümmten Augenbrauen neben der amtierenden Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen und versucht krampfhaft, nicht angestrengt auszusehen.

Auf den ersten Blick wirken die Spitzenkandidaten der zwei größten Parteien, als ob sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber nach 60 Minuten TV-Duell wird klar, dass das einzige, was SPD und CDU in NRW trennt, die Anzahl der Wählerstimmen ist.

Eigentlich also alles wie gehabt in der „Wahlkampfarena“, in die der WDR am Dienstag, zwölf Tage vor den Landtagswahlen zwischen Rhein und Ruhr geladen hat. Die Themen sind vorgegeben: Innere Sicherheit, Bildung, Infrastruktur, Wirtschaft und Wunschpartner bei der Regierungsbildung.

Die Wahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland werden vor allem im politischen Berlin mit Spannung erwartet, sie gelten als Blaupause für den Bund. Obwohl die SPD seit der Ernennung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten Mitte Januar verlässlich die Umfragen angeführt hatte, konnte die CDU ihren Abstand zur Regierungspartei in der vergangenen Woche zum ersten Mal verkleinern. Die SPD würde demnach auf 34 bis 37 Prozent, die CDU auf 27 bis 34 Prozent kommen.

Armin Laschet werden allgemein hin nicht viele Chancen auf den Wahlsieg ausgerechnet, weswegen der gebürtige Aachener gleich zu Beginn aufs Ganze geht, während die SPD-Vorsitzende sich noch in vornehmer Zurückhaltung versucht.

Ein Thema, bei dem Laschet verlässlich punkten kann, ist wie so oft in den letzten Wochen, die Innere Sicherheit. Hier hat er einen großen Vorteil: Er kann der Amtsinhaberin alles vorhalten, was in NRW nicht rundläuft.

Weil die Sicherheitsbehörden in NRW den islamistischen Attentäter von Berlin, Anis Amri, nicht vorher gestoppt haben, obwohl es genug Anlässe für eine Inhaftierung gegeben hatte, steht Krafts Innenminister Ralf Jäger stark in der Kritik. Eigentlich ist er schon seit den Ereignissen an Silvester 2015 in Köln unter Dauerbeschuss.

Das Thema Innere Sicherheit wird deswegen ein Selbstläufer für CDU, FDP und Linke, die keine Chance ungenutzt lassen, Kraft immer wieder aufzufordern ihren Innenminister „endlich“ zum Rücktritt zu zwingen.

Kraft, nunmehr seit sieben Jahren im Amt, muss sich verteidigen. Und stellt sich zunächst hinter Jäger: „Bisher gibt es für mich keinen Anlass, ihn nach Hause zu schicken.“

Kommentare (10)

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Herr Marc Hofmann

03.05.2017, 08:41 Uhr

In diesem Artikel geht es auch um die zwei falschen Parteien.
Ich glaube ich muss nicht mehr erwähnen welche Partei ich als einzige Lösung bevorzuge...dafür lässt mich das HBO schon seit Monaten Propaganda machen. Danke

Herr Günther Schemutat

03.05.2017, 08:56 Uhr

Der Korpsgeist zwischen Politikern ist stärker als noch bei der Privatarmee des Bundestages . Ob in NRW oder im Bundestag , man bildet eine Einheit mit fundamentalen Interessen und tut sich bei Wahlen schon lange nicht mehr weh.

Das ist nichts neues weil schon seit Jahren nur das eigene Interesse zählt und weniger das Interesse für das Land.

Wir sehen wie das Land immer weiter gesellschaftlich abbaut. Es gibt immer mehr Verbote ein Zeichen von Unfähigkeit und der Versuch über Kontrolle die macht über die Bürger zu erhalten.

Bei Laschet der Günstling von Merkel weis man , dass er nicht weniger verlogen ist wie Kraft oder ihr unsäglicher Innenminister.

Daher sollte gerade die Presse mittlerweile erkennen, wie eine Verselbständigung der Bürger in den Staaten erkennbar wird. man braucht die Politik nicht und interessiert sich auch nicht mehr dafür. Ein Weg den gerade Frankreich und Deutschland gehen. In NRW kann man sehen das auch Landespolitik nicht mehr ankommt. Es gibt nur die weiter so Politik wie bisher , egal ob Kraft oder Laschet.

Herr Kuno van Oyten

03.05.2017, 09:26 Uhr

@ Herr Marc Hofmann - 03.05.2017, 08:41 Uhr - Was ist wohl besser die dumpfen rechten Schläger oder die Terrorverdächtigen. Ich denke vom ersteren Pack gibt es ein paar zu viele. Gegen Verblendung hat noch nie etwas geholfen, nicht mal die Einsicht, denn die kommt immer zu spät.

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