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15.10.2012

15:16 Uhr

Alvin Roth und Loyd Shapley

Spielend zum Wirtschaftsnobelpreis

Schon wieder: Die Schwedische Akademie hat zum 56. Mal US-Forscher mit dem Wirtschaftsnobelpreis geehrt. Haben die Amerikaner ein Abonnement auf diesen Preis - oder haben sie tatsächlich die besten Wissenschaftler?

Die Fotos, wie sie bei der Bekanntgabe in Stockholm gezeigt worden sind. Reuters

Die Fotos, wie sie bei der Bekanntgabe in Stockholm gezeigt worden sind.

DüsseldorfFür die meisten Beobachter ist es eine Überraschung, aber Aditya Kuvalekar hatte den richtigen Riecher: "Ich wünsche einmal mehr Al Roth und/oder Shapley, dass Sie morgen gewinnen," twitterte der Student Stunden vor der Bekanntgabe der Preisträger in Stockholm. Und er behielt Recht.

Der Wirtschafts-Nobelpreis 2012 geht wie fast jedes Jahr in die USA. Die Schwedische Wissenschaftsakademie vergab die international umstrittene Auszeichnung am Montag an die US-Ökonomen Alvin E. Roth (60) und Lloyd S. Shapley (89). Beide hätten bahnbrechende Erkenntnisse dafür entwickelt, wie man „verschiedene wirtschaftliche Akteure zueinander bringt“, hieß es zur Begründung in Stockholm.

Liveblog: Was Sie über Roth & Shapley wissen müssen

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Was Sie über Roth & Shapley wissen müssen

Der Wirtschaftsnobelpreis 2012 geht an die beiden US-Spieltheoretiker Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley. Was sie über die beiden renommierten, aber relativ unbekannten Forscher wissen müssen - im Liveblog.

Die Auszeichnung ist mit acht Millionen Kronen (gut 920 000 Euro) dotiert. Der Wirtschafts-Nobelpreis wird erst seit 1969 vergeben und geht auf eine Stiftung von Schwedens Reichsbank zurück. Alle anderen Nobelpreise wurden vom ursprünglichen Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) in seinem Testament bestimmt.

Seit der ersten Vergabe wurden 71 Wirtschaftspreisträger ausgezeichnet, von denen 56 an US-Instituten arbeiteten. 2009 erhielt die US-Ökonomin Elinor Ostrom als bisher einzige Frau einen Wirtschaftsnobelpreis. Einziger deutscher Preisträger war 1994 der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten.

Der Stockholmer Nationalökonom und Nobel-Juror Mats Persson wies Kritik an der erneuten Auswahl von US-Bürgern zurück. In einem dpa-Interview sagte er: "Wir können kein nationales Quotensystem einführen. Wir müssen den Preis für die beste Forschung geben." Es sei Fakt, dass die meiste Ökonomieforschung aus den USA komme. Die Europäer sollten sich lieber fragen, "warum ihre Gesellschaftswissenschaft so hinter der in den Vereinigten Staaten hinterherhinkt.“

Zudem seien die heute ausgezeichneten Forschungsarbeiten ebenso aktuell und relevant wie zum Beispiel Studien zur Eurokrise: „Dass die richtige Niere zum richtigen Empfänger kommt, ist wohl genauso konkret und wichtig wie die Lösung der Eurokrise."

Kommentare (8)

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bert

15.10.2012, 15:50 Uhr

Den Wirtschaftspreis hätte ich mir für etwas zeitgemaesses gewünscht, z.B. ein Modell wie man Gewinn(Bonuszahlungen/Aktienoptionen) und Risiko (persönliche Haftung) für angestellte Manager
und Banker so ausgewogen verteilen muss, dass sie nicht
zu Zockern verkommen. Beim Roulette verliert man seinen Einsatz, ein angestellter Manager kann nur höher gewinnen
wenn er höhere Risiken eingeht. Nur an die Moral appellieren ist da wenig hilfreich.

Makrooekonom

15.10.2012, 16:06 Uhr

Die USA haben aktuell die allergrößten Probleme mit ihrer Volkswirtschaft. Die USA haben die wirtschaftliche Teilung in Nord- und Südstaaten nie überwunden. Das Bildungssystem und das Gesundheitssystem sind für die Mehrheit der Bevölkerung sprichwörtlich schlecht.
Fazit: Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ist ein Unfug, der die anderen Preise herabwürdigt.

Account gelöscht!

15.10.2012, 16:44 Uhr

Ich kann die fachliche Qualität dieser hochgelobten amerikanischen Wirtschafswissenschaftler nicht beurteilen. Aber viel bewirkt haben sie offensichtlich nicht. Das Szenario der wirtschaftlichen Verhältnisse hier im Westen wird immer düsterer. Ihnen ist es nicht einmal gelungen, die schärfsten Zähne des Raubtierkapitalismus etwas abzuschleifen, z.B. die dringend notwendige Regulierung der Banken mit ihren geradezu perversen Managergehältern, und Einfluss auf eine vertretbare Haushaltsführung ohne ständige Neuverschuldung, die den Spielraum jeder Regierung immer kleiner werden lässt, nachfolgenden Generationen die Last zu tragen aufschultert.

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