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14.10.2013

14:42 Uhr

Bekanntgabe in Stockholm

Wirtschaftsnobelpreis geht an Krisen-Propheten

Die Wahrscheinlichkeit war groß, dass Robert J. Shiller zu den Wirtschaftsnobelpreisträgern zählen würde. Der Yale-Professor hatte vor der Finanzkrise gewarnt. Mit ihm werden zwei weitere US-Forscher ausgezeichnet.

Robert Shiller: Der Ökonom lehrt und forscht in Yale. Imago

Robert Shiller: Der Ökonom lehrt und forscht in Yale.

StockholmDer Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an drei amerikanische Ökonomen. Die Preisträger sind Eugene Fama (74), Lars Peter Hansen (60) und Robert J. Shiller (67). Vor allem Shiller galt seit vielen Jahren als Kandidat. Er hatte in seinen Publikationen vor einem Zusammenbruch der US-Immobilienblase gewarnt, die Auslöser der globalen Finanzkrise ab dem Jahr 2008 war. Einer der wichtigsten Preisindikatoren für den US-Immobilienmarkt trägt auch seinen Namen.

„Ich habe den Preis nicht erwartet, obwohl meine Kollegen mir gesagt haben, dass ich auf der Kandidatenliste stehe”, sagte Shiller während eines live übertragenen Telefongesprächs. Die Finanzkrise sei eine Folge von Fehlern und Unvollständigkeiten im Finanzsystem gewesen, so der Professor der Yale University. Dennoch trage das Finanzsystem aber sehr zur Wohlfahrt bei und es gebe auch gesicherte Erkenntnisse in der Forschung, die weiter helfen würden.

Nobelpreise 2013

Medizin

James E. Rothman (USA), Randy W. Schekman (USA) und Thomas C. Südhof (D) für die Entdeckung des sogenannten Vesikelverkehrs – ein wichtiges Transportsystem in den menschlichen Zellen.

Physik

François Englert (Belgien) und Peter Higgs (GB) für ihre theoretische Entdeckung der Mechanismen, die notwendig sind für das Verständnis des Ursprungs der Masse subatomarer Teilchen.

Chemie

Martin Karplus, Michael Levitt und Arieh Warshel für die Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme.

Literatur

Einen einzigen Roman hat Alice Munro veröffentlicht, aber 13 Bände mit Kurzgeschichten. In ihrem langen Schriftstellerleben hat die 82-Jährige das Genre nach Ansicht von Kritikern und Kollegen neu belebt und perfektioniert. Schon lange wurde die nun mit dem Literaturnobelpreis gekrönte Königin der Kurzgeschichten, die im Sommer gerade erst erklärt hatte, dass sie „wahrscheinlich nicht mehr schreiben“ werde, für die renommierte Auszeichnung gehandelt.

Frieden

Nach der EU geht der Friedensnobelpreis auch 2013 an eine Institution: Mit dem Preis an die Organisation zum Verbot von Chemiewaffen, der OPCW, will das Nobelkomitee „zur Zerstörung von Chemiewaffen beitragen“. Die Würdigung der Arbeit der Kontrolleure verband der Nobelkomitee-Vorsitzende mit Kritik an Washington und Moskau. „Manche Staaten sind immer noch keine OPCW-Mitglieder. Einige Staaten haben die Frist nicht beachtet, die für April 2012 festgesetzt war, ihre Chemiewaffen zu zerstören“.

Das Nobel-Komitee vergibt den Preis mit Verweis auf die „empirische Analyse von Vermögenswerten“, zu der die drei Prämierten geforscht haben. Eugen Fama hatte etwa in den 1960er-Jahren begonnen, die Vorhersagbarkeit von Aktienkursentwicklungen zu untersuchen. Eine Folge ihrer Arbeit sei die Schaffung sogenannter Indexfonds, die den Wert von Aktienindizes wie dem Dax abbilden. In einem ersten Kurzinterview mit dem Nobelpreis-Komitee zeigte er sich etwas sprachlos vor Überraschung.

Was die Forscher herausgefunden hätten, habe „vielen vielen Haushalten rund um die Welt geholfen, viel günstiger in Aktienmärkte zu investieren als sie es sonst gekonnt hätten“, sagte Per Strömberg vom Preiskomitee. „Die Bedeutung ihrer Arbeit ist, dass sie unser Verständnis darüber, wie Finanzmärkte funktionieren, wenn sie gut oder weniger gut funktionieren, wirklich sehr verbessert haben.“

Kommentare (10)

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anonymous

14.10.2013, 13:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

norbert

14.10.2013, 13:35 Uhr

Und ICH sage voraus, daß jeder, der den Nobelpreis zwischen dem 12. und 22. Oktober annehmen wird und zwischen 43 und 74 Jahren ist, sterben wird.

Account gelöscht!

14.10.2013, 13:42 Uhr


Shiller sieht in einem 2 Jahreszeitraum gewaltige Anleihen-probleme. Horizont hat er, im Gegensatz zu gewissen gekauften HB-Rettungsedeppen.

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