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18.11.2012

12:04 Uhr

Betriebswirte im Porträt

Kupplerin zwischen Politik und Ökonomie

VonDorit Marschall

Die Frankfurter Professorin Christina Bannier erforscht die Effekte von Informationen auf Finanzmärkten. Mit ihrem Wissen berät sie die Politik – und will ihr beibringen, wie Investoren ticken. Keine leichte Aufgabe.

Professorin Christina Bannier von der Frankfurt School of Finance and Management. PRessebild

Professorin Christina Bannier von der Frankfurt School of Finance and Management.

FrankfurtAls der hessische Wirtschaftsminister sie anrief, überlegte Christina Bannier nicht lange. Ob sie Interesse hätte, beim neuen Wirtschafts- und Zukunftsbeirat des Hessischen Wirtschaftsministeriums mitzumachen, wollte der Minister wissen.

Die 37-Jährige, die seit fünf Jahren eine Stiftungsprofessur für Mittelstandsfinanzierung an der privaten Frankfurt School of Finance and Management hat, gehört dem Gremium seit dessen Gründung im Juli an.

„Jeder hat eine Verantwortung, seine Fähigkeiten für die Gesellschaft einzubringen - Politikberatung ist meine Art, das zu tun“, sagt die zweifache Mutter, die seit dem vergangenen Jahr auch im Innovationsbeirat des Bundesentwicklungsministers sitzt.

Bannier hat ein ehrgeiziges Ziel: Sie wolle mithelfen, die „Sprachschwierigkeiten“ zwischen Politikern und Ökonomen zu reduzieren, sagt sie. Die wirtschaftswissenschaftliche Zunft müsse praxisrelevante Forschung bieten, aber die Öffentlichkeit dürfe keine allzu einfachen Antworten auf schwierige Fragen verlangen.

„Die aktuelle Krise lässt sich eher mit einer Herztransplantation vergleichen als mit einer Blase am kleinen Fußzeh“, sagt sie. „Da reicht ein Pflaster nicht aus.“

Die Themen, zu denen Bannier etwas zu sagen hat, sind vielfältig. Die studierte Volkswirtin forscht heute an der Schnittstelle von BWL und VWL. Die Professorin für Corporate Finance hat sich auf Finanzmarktthemen und kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert.

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Im Kern befassen sich ihre Arbeiten meist mit den ökonomischen Wirkungen von Informationen. Schon in ihrer Promotion an der Universität Kassel hat die Forscherin über die Verteilung von Informationen in Währungskrisen geschrieben, die Asien-Krise hatte ihr Interesse geweckt. „Dass dieses Thema einmal in Europa so aktuell werden würde, hätte ich nicht gedacht“, gibt sie zu.

Kommentare (1)

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RDA

18.11.2012, 17:02 Uhr

Die Wirkungen von Informationen auf Aktienkurse sind wie folgt: Wenn Goldman Sucks schreibt: "Verkauft die Aktie XY", dann steigt sie einen Tag später.

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