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11.12.2011

09:42 Uhr

Börsen-Handel

Die Invasion der Robo-Trader

VonJohannes Pennekamp

Der automatisierte Handel hat die Börsen revolutioniert. Das Marktgeschehen hat sich grundsätzlich verändert - und möglicherweise wurde es dadurch auch gefährlicher, warnen Forscher.

Am 6. Mai 2010 brachen die Kurse an der Wall Street ohne erkennbaren Grund ein. Schuld für den Flash-Crash war der automatisierte Aktienhandel. Reuters

Am 6. Mai 2010 brachen die Kurse an der Wall Street ohne erkennbaren Grund ein. Schuld für den Flash-Crash war der automatisierte Aktienhandel.

KölnDas FBI schlug noch am Flughafen zu: Sergey Aleynikow war kaum aus der Maschine gestiegen, als die Bundespolizisten dem damals 39-Jährigen am 3. Juli 2009 die Handschellen anlegten.

Über Wochen hatten die Fahnder den IT-Spezialisten beobachtet. Der Ex-Mitarbeiter von Goldman Sachs hatte dem Geldhaus einen Quellcode für den automatisierten Börsenhandel gestohlen - das Hirn einer komplexen Software, mit der sich an den Finanzmärkten weltweit Milliarden verdienen lassen. Acht Jahre muss Aleynikow dafür ins Gefängnis.

Der spektakuläre, hart bestrafte Datenklau macht deutlich, wie wichtig automatisierte Computerprogramme an den Finanzmärkten geworden sind. Sie sind heute die wichtigsten Akteure auf den Finanzmärkten. In New York, dem bedeutendsten Börsenplatz der Welt, werden heute mehr als 70 Prozent der Aktien von Rechnern bewegt.

Wie verändern die mit Algorithmen gefütterten Maschinen, die während eines Wimpernschlags Millionen Aktien handeln können, die Finanzwelt? Kann es gutgehen, wenn ultraschnelle Autopiloten im Takt von millionstel Sekunden gigantische Geldbeträge bewegen? Und können der Mensch und seine vergleichsweise träge Realwirtschaft Schritt halten?

Die Umsätze sind explodiert

Fakt ist, dass die neuen Handelsstrategien das Marktgeschehen grundsätzlich verändert haben - vor allem das sogenannte High Frequency Trading (HFT): Quasi in Echtzeit verarbeiten hochgerüstete Server sämtliche Markt- und Kursinformationen und nutzen ihre überlegene Rechenkapazität, um kleinste Kursschwankungen und Differenzen zwischen Kauf- und Verkaufsangeboten in millionenfache Mini-Erträge umzuwandeln. Diese neuen Technologien und Handelsstrategien haben die Umsätze an den Aktienmärkten explodieren lassen.

High Frequency Trading: Computer bringen die Börsen ins Wanken

High Frequency Trading

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Superschnelle PC-Programme übernehmen die Macht an der Börse. Den High-Tech-Händlern bringt der Computer hohe Gewinne. Doch die Angst wächst, dass sie die Märkte aus dem Gleichgewicht bringen.

Lange haben Finanzmarkt-Ökonomen kritische Fragen verworfen. Der automatisierte Handel sei positiv für alle Beteiligten, war der wissenschaftliche Mainstream überzeugt. Inzwischen aber mehren sich die Belege, dass die seelenlosen Hochgeschwindigkeitshändler die Börsen nicht besser, sondern krisenanfälliger machen.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

11.12.2011, 10:03 Uhr

Zu viel Volatilität verunsichert den Menschen. Also her mit der Finanzmarkttransaktionssteuer. Warum soll sich die Menschheit von den Maschinen schikanieren lassen?

Gleich kommt bestimmt ein Neoliberaler um die Ecke und prophezeit das Versagen der Kapitalmärkte im Falle einer solchen Steuer. :-D

TBarth

11.12.2011, 10:23 Uhr

Ich bin dankbar für die Volatilität. Die Programme sind von Menschen entwickelt worden, also lassen sie sich auch beherrschen. Zu oft Terminator gesehen?

Audit-for-you

11.12.2011, 10:51 Uhr

zu allen Zeiten war es gefährlich mit Gld so zu arbieten.
.
Und trotzdem folgen die Märkte einer generellen Stimmung. Und mit etwas Verzug folgt die Wirtschaft deiser Stimmung. Und ganz zuletzt folgt die Meinung der Menschheit diesen Stimmungen.

Viele Menschen glauben ja imme rnoch, dass Sachen so sind, weil sie so sind undd ass Sachen nur den Naturgesetzen folgen. Dabei weiß man seit der Quantenphysik, dass die Erwartungshaltung die Ergbnisse beeinflusst.

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