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06.11.2011

16:26 Uhr

Bundesbank-Studie

Warum die Deutschen lieber mit Bargeld zahlen

VonJohannes Pennekamp

Bezahlungen mit EC-Karte sind praktisch, aber hierzulande hat sich das Plastikgeld gegenüber dem Bargeld nie so richtig durchgesetzt. Ökonomen war das bislang ein Rätsel. Eine Studie der Bundesbank liefert nun Antworten.

Wer häufig mit Bargeld zahlt, wird von den Forschern „Pocket Watcher“ genannt. dpa

Wer häufig mit Bargeld zahlt, wird von den Forschern „Pocket Watcher“ genannt.

DüsseldorfEgal ob im Supermarkt, Schuhgeschäft oder Restaurant – heute gibt es kaum noch einen Ort, an dem Kunden nicht mit EC- oder Kreditkarte zahlen können. Das alte Sprichwort, man könne nicht mehr ausgeben, als man in der Tasche hat, hat im 21. Jahrhundert ausgedient. Immer und überall können Käufer auf ihre Konten – und ihre Dispo-Rahmen zugreifen. Schnell, einfach, unkompliziert.

Theoretisch spricht vieles dafür, dass die modernen Bezahltechniken Geldscheine und Münzen früher oder später zu Raritäten machen. Doch auch im Zeitalter des Plastikgelds wühlen die Menschen in ihren Portemonnaies und kramen an der Kasse den centgenauen Betrag hervor.

Mobile Payment

Marktvolumen

Im laufenden Jahr werden voraussichtlich 86 Milliarden Dollar per Handy überwiesen, erwartet die Marktforschungsfirma Gartner. Die Zahl der Nutzer steigt 2011 voraussichtlich um 38 Prozent auf 141 Millionen.

Wachstum

Die hohen Zuwachsraten erklären sich aus der zunehmenden Verbreitung von internetfähigen Handys. 20 Millionen Smartphones gibt es laut Forsa bereits in Deutschland, zehn Millionen weitere sollen in diesem Jahr hinzukommen, schätzt der Internetverband Bitkom.

Potenzial

Mit 49 Millionen ist die Zahl der Internetnutzer in Deutschland derzeit doppelt so hoch wie die Zahl der Kreditkartenbesitzer. Marktforscher sehen daher ein großes Potenzial für das mobile Bezahlen per Internet.

Warum das so ist, haben drei Notenbank-Ökonomen in einer empirischen Studie ergründet. Ihr Fazit: Barzahlungen haben den Vorteil, dass sie ohne großen Aufwand den Überblick über die eigenen Ausgaben ermöglichen – besonders Käufer mit eng begrenztem Budget zahlen deshalb nur selten mit Karte.

Bislang hatten Ökonomen in der Regel unterstellt, dass ausschließlich die Transaktionskosten darüber entscheiden, welche Zahlungsmethode ein Kunde vorzieht. Beim Zahlen mit Bargeld ist das die Zeit und Mühe, die mit dem Gang zum Geldautomaten verbunden ist. Der fällt bei Plastikgeld weg – rein ökonomisch gibt es daher kein Argument, am Bargeld festzuhalten.

Aber wie lässt sich dann unsere Vorliebe für Bargeld erklären? Die Ökonomen Ulf von Kalckreuth, Tobias Schmidt (beide Bundesbank) und Helmut Stix (Österreichische Nationalbank) liefern eine Erklärung: „Wir haben das Augenmerk auf eine einzigartige Eigenschaft von Bargeld gelegt – die Erinnerungsfunktion.“

Kommentare (30)

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Alles.im.Eimer

06.11.2011, 17:10 Uhr

Das liegt daran, dass die Rollator-Oma's ihr Kupfergeld an der Supermarkt-Kasse loswerden wollen und das Kleingeld-Portemonaise erstmal auf dem Scanner auskippen.

Man kriegt einen zuviel, wenn man in der Schlange steht.

Am Ende fragt die Kassiererin sehlenruhig, ob man den Kassenbon minehmen möchte.

NEEE DANKE.

Account gelöscht!

06.11.2011, 17:20 Uhr

Wir sollten uns freuen solange wir noch Bargeld haben.
Was die hemmungslose Nutzung von Kreditkarten angeht kann man in Amerika sehen welche auswüchse das annehmen kann. Mal ganz davon abgesehen das man mit jeder Karten-buchung weitere digitale Spuren hinterlässt und der Datensammelwut des Staates entgegekommt.

Wolf

06.11.2011, 17:24 Uhr

Ein Kassenbon ist wichtiger als viele denken, oder wie will man reklamieren wenn zum wiederholtem Male die Abrechnung nicht stimmt und dies immer zugunsten der Filiale?!
Im Übrigen wünsche ich Ihnen dass Sie nie einen Rollator benötigen.

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