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10.05.2012

13:51 Uhr

Die EZB empfiehlt

Sparen ja, aber das Wachstum nicht vergessen

Die Europäische Zentralbank gibt Europas Regierungen ein paar Tipps, wie sie ihre Staatsfinanzen zu sanieren haben: Sparen sei wichtig, aber durch „entschlossene Reformen“ soll auch das Wachstum angekurbelt werden.

Die Notenbanker der Europäischen Zentralbank schreiben: „Der EZB-Rat stellt fest, dass in vielen Ländern Fortschritte erzielt werden, aber einige Regierungen müssen ehrgeiziger sein.“ dpa

Die Notenbanker der Europäischen Zentralbank schreiben: „Der EZB-Rat stellt fest, dass in vielen Ländern Fortschritte erzielt werden, aber einige Regierungen müssen ehrgeiziger sein.“

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) empfiehlt Europas Regierungen zur Bewältigung der Schuldenkrise einen ausgewogenen Mix aus Sparen und Reformen. Die Sanierung der Staatsfinanzen sei unabdingbar, um Vertrauen an den Märkten zurückzugewinnen, bekräftigten die Währungshüter in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht Mai.

Doch: „Neben der Haushaltskonsolidierung müssen zugleich auch das Wachstum sowie das Wachstumspotenzial im Eurogebiet durch entschlossene Strukturreformen verbessert werden.“ So gelte es etwa, Arbeitsmärkte flexibler zu machen. Zudem müssten in einigen Ländern die Löhne für längere Zeit langsamer steigen als die Produktivität, um Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Es sei „Aufgabe der nationalen Regierungen, Divergenzen zwischen einzelnen Euroländern zu begegnen“, schreiben die Notenbanker. „Der EZB-Rat stellt fest, dass in vielen Ländern Fortschritte erzielt werden, aber einige Regierungen müssen ehrgeiziger sein.“

Den von 25 EU-Staaten vereinbarten Fiskalpakt mit scharfen Sparmaßnahmen und Vorgaben für die Haushaltssanierung bezeichnete die EZB als „begrüßenswerten Schritt“: „Die verbindliche Einführung der Regel des ausgeglichenen Haushalts und des automatischen Korrekturmechanismus auf nationaler Ebene sollten das Bekenntnis der einzelnen Regierungen zu soliden und tragfähigen öffentlichen Finanzen stärken.“

Für die Konjunktur im Euroraum sieht die EZB nach wie vor Risiken, geht aber zugleich davon aus, dass die Wirtschaft in den nächsten Monaten etwas an Fahrt zulegen dürfte. Von der EZB alle drei Monate befragte Finanzmarktexperten erwarten für 2012 inzwischen ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im Währungsraum um 0,2 Prozent. Bei der letzten Umfrage im Februar waren sie noch von minus 0,1 Prozent ausgegangen. Zugleich dürfte die Teuerung im Jahresschnitt bei 2,3 Prozent liegen, nach bisher angenommenen 1,9 Prozent. Das Preisziel der Notenbank von knapp unter 2,0 Prozent würde damit verfehlt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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NurDMbringtWohlstandUndFreiheit

20.05.2012, 20:04 Uhr


Viele Politiker haben es immer noch nicht begriffen: der Zug fährt gegen die Wand, Deutschland wird von den anderen heruntergezogen und wird selbst ertrinken, wenn es auf der Euroschiene so weitermacht. Deutschland muss sich also erst einmal freischwimmen, und das heisst, eine eigene Deutsche Währung.

Das Gegenargument der Aufwertung muss man auch ein wenig differenzierter betrachten:

1. Deutschland hatte auch zu DM Zeiten Handelsüberschüsse, nicht -defizite.

2. Eine DM Aufwertung hatten wir ständig seit der DM Einführung und hat Deutschlands wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufstieg nach dem Krieg doch nicht aufgehalten, sondern ganz in Gegenteil das Deutsche und in der ganzen Welt bewunderte Wirtschaftswunder erst hervorgebracht!

3. 40% der Exportprodukte kommen selbst aus Importprodukten und werden also billiger durch eine Aufwertung der DM.

4. Führt eine Aufwertung der DM zu mehr Kaufkraft der Deutschen Bevolkerung, das heisst, der deutsche Arbeitnehmer kriegt wieder etwas für sein Geld statt ständig zu verlieren, wie unter dem Euro! Das ist die sogenannte Sozialdividende. Deshalb ist ja auch der Lebensstandart in starken Wahrungsländern wie der Schweiz und in der Bundesrepublik zu DM Zeiten so hoch gewesen!

5. Eine stärkere DM führt zu mehr Innenkaufkraft und damit mehr Importen, was anderen Ländern zugute kommt und deren Wirtschaftleistung fördert und hilft, von Transferleistungen unabhängig zu werden.

6. Die Abwertungen, zB der griechischen Drachme und der italienischen Lira, führen zu deren Wettbewerbsstärkung und damit der Möglichkeit, nicht auf Pump anderer, sondern eigenständig zu wachsen.

7. Summa summarum werden Europa und die Welt nicht stärker, wenn die letzten noch funktionierenden Wirtschaften auch noch kurzsichtig kaputtgemacht werden.

Deswegen brauchen wir in Deutschland und in Europa unsere eigenen Länderwährungen, um dadurch wirtschaftlich wieder in Fahrt zu kommen und unsere politische Freiheit zu retten.

Bengel01

05.06.2012, 17:41 Uhr

Sie haben meine volle Zustimmung!!! Leider sind unsere ideologisch verblendeten und nur am eigenen Machterhalt interessierten Politiker ALLER im Bundestag vetretenen Parteien solchen Argumenten nicht zugänglich. Und auch die einseitige Berichterstattung in den Medien tut ihr Übriges dazu, damit das eigene (Wahl-) Volk weiter für dumm verkauft wird. Im Ausland sind wir schon längst zur absoluten Lachnummer verkommen. Ein Land, das sich freiwillig in den Abgrund stürzt, den eigenen Wohlstand opfert, um das Fehlverhalten von korrupten Staaten auf diese Weise zu würdigen. Man versteht die Welt nicht mehr....

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