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16.02.2013

13:14 Uhr

DIHK

Deutsche Wirtschaft fürchtet Nachteile durch Freihandel mit USA

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag befürchtet, dass viele Mittelständler nicht von einer Freihandelszone profitieren. Stattdessen fürchtet man die zunehmende Abschottungstendenz insbesondere der BRIC-Staaten.

Volker Treier: „Protektionismus gegen China wäre genau die verkehrte Stoßrichtung“ dpa

Volker Treier: „Protektionismus gegen China wäre genau die verkehrte Stoßrichtung“

MünchenDer Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat vor möglichen Nachteilen für die deutsche Wirtschaft durch das angestrebte Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA gewarnt. Sollte etwa China „das Abkommen als Affront sehen“, könne dies „heimischen Unternehmen schaden“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier dem Magazin „Focus“ laut einer Mitteilung vom Samstag. „Protektionismus gegen China wäre genau die verkehrte Stoßrichtung“, fügte er hinzu.

Eine Vielzahl der exportorientierten mittelständischen Unternehmen profitiere nicht von bilateralen Abkommen, sagte Treier. Im deutschen Interesse sei eine breit angelegte Politik des Freihandels. „Mit den USA haben wir bereits einen gut florierenden Handel“, sagte der Experte. Die deutsche Wirtschaft leide vielmehr unter der Abschottungstendenz einzelner Staaten wie China, Russland, Indien oder Brasilien. Es sei darum wichtig, gemeinsam mit den USA einen Anreiz für weitere Freihandelsabkommen mit diesen sogenannten BRIC-Staaten zu schaffen.

Transatlantische Freihandelszone: Die Vereinigten Staaten des Westens

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Die Gründung einer transatlantischen Freihandelszone würde Wohlstandsgewinne bringen.

US-Präsident Barack Obama hatte am Dienstag die Aufnahme offizieller Verhandlungen mit der EU über ein umfassendes Freihandelsabkommen angekündigt. Bei einem erfolgreichen Abschluss würde sich über den Atlantik die größte Freihandelszone der Welt spannen. Ein weitgehendes transatlantisches Handelsabkommen wird bereits seit langem diskutiert. Beide Seiten erhoffen sich durch den Wegfall von Handelsbarrieren Wachstumsimpulse für ihre schwächelnden Wirtschaften. Vor allem Deutschland setzte sich zuletzt für das Vorhaben ein.


Von

afp

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

16.02.2013, 14:56 Uhr

Wie immer 10 Schritte zu früh. In Europa nicht mal eine EU-Firma zulassen und beschließen wollen, aber ein Freihandelsabkommen mit den USA.

Brasil

16.02.2013, 15:03 Uhr

Tja, genau das, dass der Mittelstand beschleunigt von den Geldsammelbecken aufgesogen und eliminiert wird, ist doch das was erreicht werden soll! Da braucht man doch gar nicht jammern, Handeln waere da angesagt, aber Handeln ohne Fuehrung ist in Deutschland ja schon immer eine Fehlanzeige!
Die Demontage Europas ist nun auf fast allen Ebenen im Endstadium und das Ziel der Globalisten nahezu erreicht. Eine strategische Meisterleistung, die zwischenzeitlich die Ziele ganz unverholen offen verfolgen kann, denn umkehren kann sie ja sowieso niemand mehr! Ihr Europaer sitzt nun an der aeussersten Kante der sich drehenden Scheibe, guten Flug dann auch! Wenigstens noch ein letztes Vergnuegen vor dem Aufprall!

Ottavo

16.02.2013, 16:34 Uhr

Volkswirtschaften wie die USA, Deutschland, Japan, Korea und China verdanken ihren wirtschaftlichen Aufstieg einer Politik der Abschirmung durch Schutzzölle. Für den Freihandel haben sich die Vereinigten Staaten erst stark gemacht, als sie wirtschaftlich mächtig und dominant wurden. Es handelt sich dabei auch nicht um eine konsistente Politik, denn, wenn es nützlich erscheint, unterstützt man einzelne Branchen, wie die Landwirtschaft, auch gerne exzessiv mit Subventionen. Auf Kosten der Handelspartner und insbesondere der Dritten Welt.

Der Mitkommentator „Brasil“ hat einen zentralen Punkt absolut richtig erkannt:
Eine Freihandelszone diesen Ausmaßes beschleunigt die Unternehmenskonzentration, den Abbau von Arbeitsplätzen, verhindert Innovationen und erstickt die mittelständischen Unternehmen. Der Schaden für die Gesamtwirtschaft ist immens. Am Ende stehen von einer überbezahlten Funktionärskaste (sogenannten Managern) mit Selbstbedienungsmentalität beherrschte Unternehmen, die sich im Zweifelsfall nicht um das Aktionärsinteresse scheren, die Politik am Gängelband führen, sich aus jeder gesellschaftlichen Verantwortung und Steuerpflicht herausmogeln und Monopolgewinne auf Kosten der Bürger erzielen.

Entgegen neoliberaler Ideologie, sind kluge Schutzmaßnahmen der eigenen Wirtschaft unbedingt sinnvoll. Dabei gilt es natürlich das richtige Maß zu finden, denn überbehütete heimische Unternehmen verlieren ebenfalls ihre Vitalität.

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