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02.05.2012

18:59 Uhr

DIW

Neuer Chef und neues Image sollen Denkfabrik retten

VonDorit Marschall, Olaf Storbeck

Kuratoriumschef und Ex-Wirtschaftsweiser Bert Rürup will das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zur Denkfabrik für moderne Makroökonomie umbauen. Das Interesse am leeren Chefposten hält sich jedoch in Grenzen.

„Wissenschaftliche Expertise ist Voraussetzung für gute Politikberatung“, sagte Bert Rürup. dpa-dpaweb

„Wissenschaftliche Expertise ist Voraussetzung für gute Politikberatung“, sagte Bert Rürup.

Frankfurt, LondonDie Suche nach einem neuen Chef für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin geht in die heiße Phase. Die Denkfabrik hat dabei Ende April eine wichtige Hürde genommen: Der Besuch der Gutachter der Leibniz-Gemeinschaft, die die wissenschaftliche Arbeit überprüfen, ist offenbar positiv verlaufen - die Zukunft der Denkfabrik dürfte damit gesichert sein.

In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter gab sich der DIW-Vorstand nach der Evaluierung jedenfalls zuversichtlich: „Wir alle haben immer wieder gemerkt, dass die Entwicklung des Instituts auf Anklang stieß“, schrieb die Führungsspitze des Instituts in der vergangenen Woche. „Wir sehen den Empfehlungen der Kommission insgesamt gelassen entgegen.“ Der Bericht der Gutachter dürfte in drei bis sechs Monaten vorliegen.

Für Bewerber um den DIW-Chefposten steigt damit die Gewissheit, nicht ein sinkendes Schiff zu übernehmen. „Die Evaluation hat die Suche nach einem neuen Vorstandschef gelähmt“, berichtet ein Insider.

Das mit 180 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 20 Millionen Euro größte deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut steckt in einer Übergangsphase. Im Februar 2011 war der Präsident Klaus Zimmermann nach langen internen Querelen zurückgetreten. Viele Mitarbeiter warfen ihm einen autoritären Führungsstil vor. Das Institut ist nicht mehr bei der prestigeträchtigen Gemeinschaftsdiagnose dabei und war 2009 ins Visier des Landesrechnungshofs geraten. Zudem ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue gegen Zimmermann - Mitte April 2012 wurden die Ermittlungen eingestellt.

Bis zum Jahresende wird das Institut übergangsweise vom altgedienten DIW-Wissenschaftler Gert Wagner geführt. Im Hintergrund zieht der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup als Vorsitzender des Kuratoriums die Fäden.

Kommentare (4)

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Baier

02.05.2012, 19:07 Uhr

Oh je, Rürup zieht die Fäden? Ist er mit seiner Maschmeyer-Firma nicht mehr ausgelastet?

qwe

03.05.2012, 10:41 Uhr

Warum gilt Bert Rürup eigentlich als Wirtschaftsweiser? Immerhin ist er mit seiner MaschmeyerRürup AG laut Unternehmensregister mit 1,3 Mio. Euro bilanziell überschuldet. Sollte ein Finanzkrisenberater der Bundesregierung nicht wenigstens seine eigene Firma im Griff haben?

Mazi

03.05.2012, 12:56 Uhr

Es gibt gewiss fähige Leute, die für den Job in Frage kommen. Bert Rürup ist gewiss keine solcher, weil er schon zuviel verbrannte Erde aufzuweisen hat.

Weshalb sollte man ausgerechnet einen solchen Mann an so eine Spitze bestellen gegen den schon im Vorfeld berechtigte Zweifel vorhanden sind.

Wer sollte freiwillig solche 'Schuld auf sich laden? Weshalb also die Diskussion?

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