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08.06.2012

15:06 Uhr

DIW-Vize Weizsäcker

„Die schmeißen mit Dreck“

VonOlaf Storbeck

Die Negativ-Schlagzeilen über das Berliner DIW reißen nicht ab. Vorwürfe, es gebe einen Konflikt um die politische Ausrichtung, weist Vize-Chef Georg Weizsäcker zurück - und warnt vor einer Schlammschlacht.

Georg Weizsäcker ist stellvertretender Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. DIW

Georg Weizsäcker ist stellvertretender Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Handelsblatt: Herr Weizsäcker, nach Medienberichten tobt hinter den Kulissen ein politischer Machtkampf um die Ausrichtung des DIW. Krempeln Sie und der restliche Vorstand gemeinsam mit Bert Rürup auf links?

Georg Weizsäcker: Nein, die Behauptung einer politischen Neuausrichtung des DIW ist völliger Unfug. Ich lese das zwar auch immer wieder, aber da ist nichts dran. Es ist eine von mehreren falschen Behauptungen, die bestimmte Leute in Umlauf bringen. Es gibt aber im DIW kein Rechts-Links-Gezerre. Nicht in der täglichen Arbeit und auch nicht in den wichtigen Gremien des Instituts wie der Findungskommission für die Suche nach dem oder der neuen Vorstandsvorsitzenden. Bei uns gelten wissenschaftliche Kriterien und sonst keine. Wer das Gegenteil behauptet, sagt die Unwahrheit oder soll es belegen.

Der derzeitige Chef des DIW, Gert Wagner, ist SPD-Mitglied, der Kuratoriumsvorsitzende Bert Rürup ebenfalls.

Parteipolitik spielt bei uns keine Rolle. Unsere Experten sind bei sehr vielen politischen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen als Berater gefragt. Nehmen Sie das Beispiel von Claudia Kemfert, die in das Schattenkabinett von Norbert Röttgen berufen wurde.

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Kritiker sagen, der Abteilungsleiter Tilman Brück, dessen Vertrag Sie nicht verlängern wollen, sei einer der besten Wissenschaftler am DIW und es sei Irrsinn, ausgerechnet ihn herauszuwerfen.

Über einzelne Kollegen will ich öffentlich kein fachliches Urteil fällen. Die Abteilung “Entwicklung und Sicherheit”, die Tilman Brück leitet, macht wissenschaftlich sicherlich gute Arbeit. Die Top-Veröffentlichungen des Hauses kamen aber in den letzten Jahren aus anderen Bereichen. Das wichtigste Argument für die beschlossene Veränderung in diesem Bereich ist, dass die Inhalte der Abteilung, nämlich insbesondere der Schwerpunkt auf politische Konflikte und Vulnerabilität, für das DIW randständig sind. Es gibt kaum Verbindungen zu den zentralen Feldern der wissenschaftlichen Arbeit des DIW und wir können sehr gut ohne diesen Schwerpunkt leben. Unsere wissenschaftliche Qualität und Beratungskompetenz sinkt auch nicht, wenn der Schwerpunkt nicht mehr da ist, und wir verschaffen uns Spielraum für die Stärkung der makroökonomischen Forschung.#

Wenn parteipolitische Fragen im DIW keine Rolle spielen, woher kommen dann diese Gerüchte?
Es gibt einige wenige Leute im DIW, vor allem aber im Umfeld des Instituts, die mit Dreck schmeißen, sich aber nicht trauen, ihre Namen zu nennen. Das ist eine Kampagne mit dem Ziel, Schaden anzurichten und die Evaluierung des Instituts sowie die Suche nach dem oder der neuen Vorstandsvorsitzenden zu torpedieren.

Wer sollte denn daran Interesse haben?
Wir haben Indizien, die auf einzelne Leute weisen, aber über Namen möchte ich öffentlich nicht spekulieren. Klar ist, dass sich die Kampagne in erster Linie gegen unseren Kuratoriumsvorsitzenden Bert Rürup richtet. Ich gehe deswegen davon aus, dass sie von jemandem befeuert wird, dessen Eitelkeit Bert Rürup in der Vergangenheit mal deutlich verletzt hat.

Kommentare (4)

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heini

08.06.2012, 15:59 Uhr

„Rürup ist weniger dominant wie manche behaupten“ oder doch eher „Rürup ist weniger dominant ALS manche behaupten“...

man, man, man, und das in der Abschnittsüberschrift. Kontrolliert hier überhaupt noch irgendjemand, beovor etwas veröffentlicht wird?

Thomas-Melber-Stuttgart

08.06.2012, 16:59 Uhr

Das HB gehört zur Verlagsgruppe Holtzbrinck, welche in Stuttgart ansässig ist. Daher ist das schwäbische Idion "wie" als Komparativ durchaus nicht zu beanstanden.^^

Thomas-Melber-Stuttgart

08.06.2012, 17:02 Uhr

Äh ... Idiom, natürlich (nicht: Idiot ...).

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