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02.01.2012

21:21 Uhr

Einkommen

Wie Geld unseren Arbeitseifer beeinflusst

VonHans Christian Müller

Motiviert ein höheres Gehalt zu mehr Überstunden oder lässt es den Mensch faul werden? Zwei Ökonomen untersuchen diese Frage am Beispiel von EU-Parlamentariern und kommen zu bemerkenswerten Ergebnissen.

Mit einem niedrigeren Gehalt, dafür aber einer höheren Tagespauschale, motiviert man mehr Parlamentarier. dpa

Mit einem niedrigeren Gehalt, dafür aber einer höheren Tagespauschale, motiviert man mehr Parlamentarier.

DüsseldorfUnter den 736 Abgeordneten des EU-Parlaments liegt George Becali unangefochten vorne – in einem unrühmlichen Ranking. Kein anderer Parlamentarier hat in der laufenden Legislaturperiode an so wenig Sitzungen teilgenommen wie der fraktionslose Abgeordnete aus Rumänien. Gerade einmal bei 27 Prozent aller Sitzungstage war der 53-Jährige im Parlament dabei, zeigen die im Internet veröffentlichten Statistiken des Politik-Portals Votewatch.eu.

Seit 2004 dokumentiert Votewatch die Aktivitäten jedes EU–Parlamentariers minutiös: Wie viele Reden hält er, wie viele Anfragen bringt er ein, wie oft schwänzt er die Sitzungen?

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Zwei US-Ökonomen nutzen diese Daten nun, um eine der großen, ungelösten Fragen der Ökonomie zu beantworten: Wie verändert sich der Arbeitseinsatz eines Menschen, wenn sein Lohn steigt? Die ökonomische Theorie gibt darauf keine eindeutige Antwort. Denkbar ist sowohl, dass man mehr arbeitet, weil sich Arbeit stärker lohnt – als auch, dass man weniger arbeitet, weil man ja bei gleichem Einkommen mehr Freizeit genießen kann.

Naci Mocan (Louisiana State University) und Duha Altindag (Auburn University) haben diese Frage in einer Fallstudie anhand der EU-Parlamentarier untersucht. Deren Bezahlung hängt zum Teil von ihrem Fleiß ab. Für jede Parlamentssitzung, bei der ein Abgeordneter anwesend ist, bekommt er ein Tagesgeld, das von 262 Euro im Jahr 2004 auf derzeit 304 Euro gestiegen ist.

Die Forscher nutzten aus, dass es 2009 bei den EU-Diäten eine radikale Reform gab, die das Pauschalgehalt betraf, das die EU-Abgeordneten zusätzlich erhalten. Bis 2009 war dessen Höhe an die Diäten in den Parlamenten des Heimatlandes gekoppelt. Ein italienischer EU-Parlamentarier verdiente 140.000 Euro pro Jahr, sein Kollege aus Bulgarien dagegen nur 10.000 Euro.

Kommentare (10)

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428902

02.01.2012, 21:48 Uhr

tolle erkenntnisse - respekt vor der wiss. leistung !

AlexanderBerg

03.01.2012, 02:40 Uhr

Es ist besser, wenn man sich selbst motiviert, mit dem Gedanken durch sein eigentliches Handeln stets Qualität leisten zu wollen.

Koboldo

03.01.2012, 04:41 Uhr

Diesen nichtsnutzigen Europa-Parlamentariern sollte man das Fix-Gehalt komplett streichen!

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