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21.03.2011

12:37 Uhr

Erdbeben

Die überschätzten Langzeitfolgen

VonOlaf Storbeck

Städte und Regionen erholen sich selbst von schwersten Erbeben viel schneller, als wir es erwarten, zeigen zahlreiche Studien von Wirtschaftsforschern. Das macht Hoffnung für die japanische Wirtschaft - und den Rest der Welt.

16 Jahre danach: Gedenkveranstaltung für die Opfer des Erbebens in Kobe, das am 17. Januar 1995 rund 6400 Menschen tötete. Ökonomisch hat Japan die Schäden des bis dahin teuersten Bebens aller Zeiten schnell überstanden, zeigen Studien. Quelle: dapd

16 Jahre danach: Gedenkveranstaltung für die Opfer des Erbebens in Kobe, das am 17. Januar 1995 rund 6400 Menschen tötete. Ökonomisch hat Japan die Schäden des bis dahin teuersten Bebens aller Zeiten schnell überstanden, zeigen Studien.

London Wissenschaftler und Journalisten waren sich einig: Zehn Jahre werde es dauern, bis sich die Stadt von diesem Schlag erholt haben wird. Mindestens.

Am 17. Januar 1995 hatte ein schweres Erdbeben die japanische Millionenmetropole Kobe zerstört und 6 500 Menschen getötet. Das Erdbeben schaffte es ins Guinness-Buch der Rekorde - als die bis dahin teuerste Naturkatstrophe aller Zeiten. Die Schäden summierten sich auf 2,5 Prozent der japanischen Wirtschaftsleistung.

Am Ende dauerte es nur zwei Jahre, da waren sämtliche Schäden beseitigt - deutlich schneller, als alle Experten prognostiziert hatten. Bereits nach weniger als 15 Monaten war die Industrieproduktion fast wieder so hoch wie vorher.

Bei vielen anderen Mega-Unglücken war es ähnlich, haben Volkswirte und Historiker festgestellt: Städte und Regionen erholen sich oft weit schneller, als wir es unmittelbar nach dem Desaster für möglich halten - schon 1755 im komplett zerstörten Lissabon war das so, zeigt eine Studie von Alvaro Pereira (University of British Columbia). Voraussetzung dafür ist, dass der Staat schnell und entschlossen handelt - anders als nach dem Hurrikan Katrina, der New Orleans vor sechs Jahren verwüstete.

Die Ergebnisse der Forscher relativieren die Furcht vor den wirtschaftlichen Langzeitfolgen des Bebens in Japan. Solange nicht ein Atomunglück größere Landstriche auf Dauer unbewohnbar macht, dürfte das Land die Folgen des Bebens schnell überwinden. Die Weltbank erklärte gestern, Japans Wirtschaft werde sich schnell vom Beben erholen. Volkswirte schätzen den Schaden auf drei bis vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). John Stuart Mill staunte schon 1848: "In kürzester Zeit sind alle Spuren des Unheils, das Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürme und Kriege angerichtet haben, verschwunden", schrieb er in seinen "Principles of Political Economy".

Beispiel San Francisco: Am 18. April 1906 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 8,3 die Metropole. Danach brachen Brände aus, die Stadt brannte ab. Rund 3000 Menschen kamen uns Leben. Zeitgenössische Beobachter sahen schwarz. "Das Erdbeben wird Vorbehalte gegen San Francisco und Nordkalifornien entfachen, dass diese Region ungeeignet ist zum Wohnen und Investieren", schrieb die Zeitung "The Nation". 100 Jahre später bilanziert der Historiker Christoph Strupp: "Diese Prognosen erwiesen sich schnell als viel zu pessimistisch." Schon 1909 war der Wiederaufbau beendet - die Stadt feierte ihre Wiedergeburt.

Was ist der Grund für diese erstaunliche Widerstandskraft?

Kommentare (1)

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Realo

01.04.2011, 00:28 Uhr

Tja, wieviele von den bisherigen Fällen waren solche durch /mit AKWs? Wie waren da die Langzeitfolgen?

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