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03.03.2012

16:25 Uhr

Familienplanung

Hartes Ringen um die Mütter

VonOlaf Storbeck

Nach einer Babypause fällt es Unternehmen schwer, hochqualifizierte Frauen wieder an sich zu binden, trotz attraktiver Konditionen. Eine neue Studie bringt Licht in die Welt der Karriere-Mütter.

Ist das Kindesglück einmal erfüllt, mache viele Frauen im Job Abstriche. dpa

Ist das Kindesglück einmal erfüllt, mache viele Frauen im Job Abstriche.

LondonEs war eine ungewöhnlich kurze Auszeit: Nur zehn Wochen nach der Geburt ihrer Tochter Lotte Marie kehrte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder Ende Juni 2011 an ihren Arbeitsplatz zurück – so schnell wie sonst kaum eine berufstätige Mutter in Deutschland. Fast 60 Prozent gehen zwei Jahre oder länger in Elternzeit. Danach arbeiten viele – wenn überhaupt – nur noch in Teilzeit.

Volkswirtschaftlich ist die geringe Erwerbstätigkeit von Müttern ein erhebliches Risiko, warnte gestern die Expertenkommission für Forschung und Innovation. „Frauen muss nachdrücklich vermittelt werden, dass sie auch mit Kindern in der Arbeitswelt gebraucht werden“, heißt es im neuen Jahresgutachten des Gremiums. Ansonsten lasse sich das deutsche Wohlstandsniveau nicht halten.

Die Experten geben eine radikale Empfehlung ab: Um Arbeit für Frauen mit Kindern attraktiver zu machen, gehöre das Ehegattensplitting auf den Prüfstand.

Ohne größere staatliche und gesellschaftliche Rückendeckung können Unternehmen den Kampf um die Mütter tatsächlich kaum gewinnen. Dafür spricht die Studie eines dreiköpfigen Forschungsteams um den Freiburger VWL-Professor Bernd Fitzenberger.

Selbst sehr familienfreundliche Firmen tun sich demnach extrem schwer damit, ihr weibliches Personal nach der Babypause an sich zu binden. Die Unternehmen leiden unter einem dauerhaften Brain-Drain – zumal weibliche Angestellte häufig gerade dann ein Kind bekommen, wenn sich ihre Karriere besonders gut entwickelt hat.

Kommentare (33)

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svro

03.03.2012, 18:00 Uhr

Sehr geil...
ich will doch nicht familie und kind um dann hinterher wieder all meine kraft in den job zu investieren.
ich will doch familie und kind weil es schön ist zeit mit den lieben zu verbringen und so gerne die wirtschaftswissenschaftler auch von sich glauben wirtschaft sei das höchste gut. tut mir leid aber wirtschaft ist ein notwendiges übel...

das ganze spektakel von wegen familie und beruf besser unter einen hut zu bekommen funktioniert nur wenn das mit voll flexiblen arbeitszeiten und heimarbeit einhergeht. denn wie bereits oben kurz erwähnt will ich zeit mit meiner familie haben und nicht von kurz nach dem aufstehen bis kurz vor dem schlafen gehen arbeiten, aber genau das passiert wenn man viel zeit und kraft in den job und karriere investieren soll und da können noch so tolle betriebskindergärten vorhanden sein, dass sorgt nicht dafür das ich mehr zeit mit der familie habe...

EineNutzerin

03.03.2012, 18:04 Uhr

Ich persönlich kenne einige dieser Mütter und kann Ihnen auch etwas über die Gründe verraten. Mit Kindern so viel zu arbeiten wie Männer das tun ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Selbst mit einem Krippenplatz oder Kindergatenplatz ist das Kind nur bis 16 oder 17 Uhr betreut. Kann man da Karriere machen? Dazu muss man auch mal länger im Büro bleiben. Die Mütter wollen Ihre Kinder auch noch sehen und auch für die Kinder ist es schon besser, wenn sie nicht jeden Abend vom Kindermädchen zu Bett gebracht werden. Also wollen die Frauen Teilzeit arbeiten und das ist nicht erwünscht. Daher vergraulen viele Firmen die aus der Elternzeit zurückkehrenden Frauen, die Teilzeit arbeiten wollen. Ich kenne dazu viele traurige Beispiele. Die Lösung heißt : flexible Arbeitszeiten, Möglichkeit zu Teilzeit und Jobsharing. Und: die Väter müssen die Hälfte der Verantwortung übernehmen, also auch beruflich zurückstecken. Nur dann geht es nicht auf Kosten der Kinder und die sin schließlich unsere Zukunft!

Kuchenteig

03.03.2012, 18:22 Uhr

Selbstverständlich läßt sich das Verhalten der Frauen mit rein ökonomischen Gründen erklären. Die Gründe werden allerdings - wie so oft - überall gesucht, nur nicht dort, wo man sie wirklich findet: bei den Frauen selbst. Viele dieser Frauen wollen schlicht und ergreifend nicht arbeiten. Deswegen haben die Damen auch jahrelang studiert. Und warum auch? Staat und der werte Ehegatte zahlen schließlich den "Urlaub auf Lebenszeit"! Die "hochqualifizierten Karrierefrauen" kommen spätestens in der Babypause schnell auf den Geschmack. Warum den ganzen Stress in der Firma, wenn doch der werte Gatte schuften und das Geld nach Hause bringen kann? Morgens wird das Kind schnell im Q7 zur Kindertagesstätte gefahren und dann kann das Sektfrühstück mit den Freundinnen im Garten schon beginnen. Ist doch viel gemütlicher!

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