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04.09.2013

16:10 Uhr

Handelsblatt VWL-Ranking

Deutsche Ökonomen stürmen die Königsdisziplin

VonJan Mallien

Ob Keynes oder Friedman – die größten Makroökonomen kommen aus den USA oder England. In Deutschland fristete das Fach lange ein Schattendasein. Das ändert sich nun, wie das Handelsblatt Ökonomen-Ranking zeigt.

Die deutschen Volkswirte ziehen in der Forschung das Tempo an. Getty Images

Die deutschen Volkswirte ziehen in der Forschung das Tempo an.

DüsseldorfDer an der US-Universität Chicago lehrende deutsche Makroökonom Harald Uhlig hat einen Traum. Er wünscht sich eine Spitzenfakultät nach US-Vorbild in Deutschland. Mit einem Budget wie dort, mit Gehältern und Arbeitskonditionen wie dort und einer Größe wie dort. Vor sechs Jahren hat er im Handelsblatt für einen solchen Vorschlag geworben. Daraus ist bisher nichts geworden.

Dennoch hat sich in der deutschen VWL einiges getan – gerade in der Makroökonomie. Das Fach, bei dem es um die großen wirtschaftlichen Fragen etwa in der Geldpolitik oder Wachstumstheorie geht, gehörte lange Zeit nicht gerade zu den Paradedisziplinen deutscher VWL-Fakultäten. Obwohl die Makroökonomie eigentlich als Königsdisziplin der VWL gilt, forschten die Ökonomen hierzulande lieber über das Verhalten von Haushalten oder Unternehmen. Sprich: Sie machten eher in der Mikroökonomie von sich reden. Das lag vor allem an der herausragenden Stellung der Universität Bonn, die ihren Schwerpunkt in der Mikroökonomie hat. Durch die Internationalisierung des Faches bekommt die Makroökonomie nun jedoch neuen Schwung, wie das aktuelle Handelsblatt Ökonomen-Ranking zeigt. Das Ranking gibt einen Überblick über die forschungsstärksten Volkswirte in Deutschland und die besten deutschen Volkswirte im Ausland.

„Deutsche Unis haben in der makroökonomischen Forschung aufgeholt,“ sagt der Mannheimer Geldtheoretiker und Leiter der dortigen Doktorandenschule, Klaus Adam. Er führt dies einerseits darauf zurück, dass durch die Finanzkrise das Interesse an makroökonomischen Fragen gestiegen sei. Außerdem gebe es mehr gut ausgebildete Makroökonomen, da seit Ende der 90er-Jahre immer mehr deutsche Studenten im Ausland studieren und promovieren.     

Top-Ökonomen unter 40

1. Platz

Ulrich Müller forscht an der US-Eliteuniversität Princeton zur Ökonometrie.

2. Platz

Ulrike Malmendier von der US-Eliteuni Berkeley forscht zu Verhaltensökonomie, Rechtsökonomie und experimenteller Wirtschaftsforschung.

3. Platz

Kristian Behrens forscht an der Université du Québec in Montréal zu den Themen Regionalökonomie und Internationale Ökonomie.

4. Platz

Die Italienerin Ester Faia hat einen Lehrstuhl für Geld- und Fiskalpolitik an der Universität Frankfurt.

5. Platz

Peter Tillmann ist Professor für Monetäre Ökonomik an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

6. Platz

Harald Badinger leitet das Institut für Internationale Wirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien.

7. Platz

Hartmut Egger ist Professor für internationale Makroökonomie und Handel an der Universität Bayreuth.

8. Platz

Der Arbeitsmarktökonom Philipp Kircher forscht an der Universität Edinburgh.

9. Platz

Marcus Hagedorn forscht am Institut für Höhere Studien in Wien zu Geldpolitik, Finanzwissenschaft und Arbeitsmarktökonomie.

10. Platz

Tim Friehe von der Universität Bonn forscht über Rechtsökonomie und angewandte Mikroökonomie.

Quelle

Im aktuellen Handelsblatt Ökonomen-Ranking liegen bei den unter 40-Jährigen gleich sieben Makroökonomen in den Top-ten. Zum Beispiel die Italienerin Ester Faia (Platz vier) von der Universität Frankfurt, die zur Geldpolitik forscht. Der Gießener Ökonom Peter Tillmann (Platz fünf), der sich neben Geldpolitik auf empirische Makroökonomik und Finanzmärkte spezialisiert hat. Oder Harald Badinger (Platz sechs), dessen Spezialgebiete die angewandte Ökonometrie, internationale Makroökonomik und Außenwirtschaft sind.

Methodik: So funktioniert das VWL-Ranking

Methodik

So funktioniert das VWL-Ranking

Alle Hintergründe zur Entstehung des Handelsblatt-Volkswirte-Rankings.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

05.09.2013, 17:10 Uhr

Ranking für eine korrupte Meinungswissenschaft im Dienste der Politik, Zentralbanken und Großkonzerne - Lachhaft!

angelika

05.09.2013, 17:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

David

05.09.2013, 17:39 Uhr

Erwähnt werden muß der Ökonom Professor Dr. Wilhelm Hankel, der meiner Ansicht nach sein Fach nicht nur beherrscht, sondern dessen Inhalte auch Laien zu vermitteln weiß. - Seine Euro-Kritik Ende der neunziger Jahre hat sich bewahrheitet, seine Idee mit den Bundesschatzbriefen war ein erfolgreicher Beleg dafür, daß Hankel nicht nur theoretisch, sondern auch im Praktischen ein Ökonom ist, der diese Fachbezeichnung wahrlich verdient.
Prof. Starbatty, besonders auch Prof. Schachtschneider dürfen nicht unerwähnt bleiben. (jeweils mal die neuesten Videos unter youtube anschauen)

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