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20.07.2012

15:14 Uhr

IWH-Berufungskommission

Wirtschaftsweise Buch soll ostdeutsches Institut leiten

VonDorit Marschall

ExklusivEine Frau soll künftig das einzige Wirtschaftsforschungsinstitut in Ostdeutschland führen. Darauf hat sich die Berufungskommission geeinigt. Die endgültige Entscheidung soll im Herbst fallen.

Die Tübinger Professorin und Wirtschaftsweise, Claudia Maria Buch. dapd

Die Tübinger Professorin und Wirtschaftsweise, Claudia Maria Buch.

Die Wirtschaftsweise Claudia Buch ist Spitzenkandidatin für das Präsidentenamt des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Darauf haben sich die Berufungskommissionen des IWH und der Universität Magdeburg am Freitag geeinigt. Buch habe nicht nur mit ihrem wissenschaftlichen Profil überzeugt, sondern auch mit einem ausgefeilten Konzept für die Zukunft des IWH, hieß es. Das erfuhr das Handelsblatt aus informierten Kreisen. Im Herbst wollen der Vorstandsrat des IWH und die Gremien der Universität tagen, dann soll eine endgültige Entscheidung über die Personalie fallen. Bis dahin müssen noch Gutachten über die Spitzenkandidatin erstellt werden. Der IWH-Chefposten ist mit einem Lehrstuhl an der Universität Magdeburg verbunden.

Sollte die Finanzmarktexpertin Buch den Ruf aus Sachsen-Anhalt annehmen, könnte für das einzige Wirtschaftsforschungsinstitut in den neuen Bundesländern eine Phase der Ungewissheit enden. Der langjährige Präsident Ulrich Blum hatte nach heftiger Kritik an den wissenschaftlichen Leistungen des Hauses und politischem Druck im September 2011 seinen Rücktritt angeboten und im Dezember offiziell auf sein Amt verzichtet. Seither führen als Interimsvorstand IWH-Konjunkturchef Oliver Holtemöller und die Leiterin der Abteilung Strukturökonomik, Jutta Günther, das Haus mit seinen knapp 80 Mitarbeitern.

Buch, 1966 nahe Paderborn geboren, gehört seit März dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an. Seit 2004 hat sie einen Lehrstuhl in Tübingen, seit 2005 leitet sie das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in der Universitätsstadt.

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