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19.01.2010

16:03 Uhr

Kindes-Entwicklung

Die ersten Jahre zählen – auch im Alter

VonFrederic Spohr

Was wir nach der Geburt erleben, hat massiven Einfluss darauf, wie wir durchs Leben kommen. Dies zeigt eine ganze Reihe faszinierender Studien. Warum die frühe Ernährung, die Bildung der Eltern, die Anzahl der Geschwister, aber auch die Höhe des Geburtsgewichts sich langfristig auf Einkommen und Gesundheit auswirken.

Ein drei Tage altes Baby im Arm seiner Mutter. Die ökonomischen Umstände während der Schwangerschaft und in den ersten Jahren nach der Geburt haben großen Einfluss auf das Leben eines Menschen. Quelle: dpa

Ein drei Tage altes Baby im Arm seiner Mutter. Die ökonomischen Umstände während der Schwangerschaft und in den ersten Jahren nach der Geburt haben großen Einfluss auf das Leben eines Menschen.

KÖLN. Wäre Gerard van den Berg Arzt und nicht Ökonom, dann würde er seinen älteren Patienten stets die gleiche Frage stellen: "In welchen wirtschaftlichen Verhältnissen sind Sie aufgewachsen?" Das, erzählt der Forscher, würde er stets wissen wollen - auch von solchen Patienten, die sehr wohlhabend sind.

Denn der Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Mannheim hat herausgefunden: Die ökonomischen Umstände, denen ein Mensch in seiner frühen Kindheit ausgesetzt waren, haben erhebliche Langzeitfolgen.

So verkürzt sich die Lebenserwartung eines 40-Jährigen um durchschnittlich elf Monate, wenn er in einer Rezession geboren wurde - sein Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, ist deutlich höher. Und nicht nur das: Wer eine arme Kindheit hatte, wird in der Regel im Alter auch schneller dement.

Je höher das Geburtsgewicht, desto höher das Einkommen

Viele andere Ökonomen kommen zu ganz ähnlichen Ergebnissen: Die ersten Jahre im Leben, so die gemeinsame Botschaft einer ganzen Reihe von wirtschaftswissenschaftlichen Studien, wirken sich massiv und langfristig auf das Einkommen und die Gesundheit von Menschen aus.

Die Forscher nehmen dabei die unterschiedlichsten Faktoren unter die Lupe: die frühe Ernährung, die Bildung der Eltern oder die Anzahl der Geschwister. Sogar das Geburtsgewicht soll mit entscheiden, wie viel man später einmal verdient und wie lange man fit bleibt.

Es ist ein Thema von großer sozialpolitischer Relevanz. Erstens geht es um die Chancengleichheit in einer Gesellschaft. Nach den Erkenntnissen der Ökonomen beginnt die Benachteiligung mancher Menschen bereits im Mutterleib. Wer Chancengleichheit will, sollte deswegen nicht nur an die Bildungspolitik denken. Und zweitens können die Wissenschaftler Risikogruppen identifizieren, die präventiv behandelt werden sollten.

Dem Mannheimer Forscher van den Berg ging es bei seiner Studie nicht nur um die Auswirkungen von Rezessionen. Ihn interessierte vielmehr, wie sich Armut im Kindesalter generell auf das spätere Leben auswirkt. Die Wirtschaftssituation zum Zeitpunkt der Geburt betrachtet er, um methodische Schwierigkeiten zu umgehen.

Kommentare (5)

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Ursula

20.01.2010, 10:20 Uhr

Entschuldigung, aber das ist doch wohl bestenfalls amüsant. Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Federico

20.01.2010, 16:50 Uhr

Es wäre schon, wenn es so einfach wäre...

Heinz Deutsch

22.01.2010, 19:38 Uhr

"Wer zum beispiel eine Fremdsprache später ohne Dialekt sprechen will, sollte sie vor dem 13. Lebensjahr erlernt haben."

Der Autor hat offensichtlich zu spät Deutsch gelernt. Sonst wüßte er, daß man eine Fremdsprache nur mit einem Akzent, aber nicht mit einem Dialekt spechen kann.

Oder ist das etwa ein Zitat von dem Herrn Professor? Würde mich nicht wundern, wenn sich die bildungskatastrophe inzwischen auch auf den Lehrstühlen breit gemacht hätte.

Was an einem Einkommenszuwachs von 1% bei einem Geburtsgewichtszuwachs von 7,5% "richtig beeindruckt" ist, hat vermutlich ein schwach entwickeltes Verhältnis zu Zahlen. Und er kann wahrscheinlich mit der Wortzusammenstellung "statistisch relevant" nicht viel anfangen.

Man verschone uns mit derartigem pseudowissenschaftlichen Unsinn.

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