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09.08.2012

13:06 Uhr

Marcel Fratzscher

EZB-Experte wird Chef des DIW-Instituts

Ab Februar soll Marcel Fratzscher das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung leiten. Er übernimmt ein Haus, dessen Renommee 2011 unter etlichen Negativ-Schlagzeilen gelitten hat.

BerlinDas Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird künftig von dem EZB-Experten Marcel Fratzscher geleitet. Das Kuratorium des Berliner Instituts beschloss am Donnerstag, den Ökonomen zum neuen Vorsitzenden des Vorstands zu berufen.

Fratzscher ist langjähriger Leiter der Abteilung für internationale wirtschaftspolitische Analysen bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Der renommierte Ökonom ist dabei maßgeblich für die Formulierung von Politikpositionen der EZB zuständig, etwa zur globalen Finanzmarktarchitektur. Er soll laut dem Kuratoriumsvorsitzenden und früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup zum 1. Februar 2013 die Leitung des Berliner Instituts übernehmen.

Das 1925 gegründete DIW hat in der Fachwelt einen guten Ruf, geriet aber wegen der Turbulenzen um den früheren Chef Klaus Zimmermann mehrfach negativ in die Schlagzeilen. Der Arbeitsmarktexperte war wegen seines Führungsstils und Geschäftsgebarens ins Visier des Berliner Rechnungshofs geraten und 2011 zurückgetreten.

Der als forschungsstark geltende Fratzscher kündigte an, als neuer Vorstandschef in der makroökonomischen Forschung und Politikberatung „neue Akzente“ zu setzen. Als Prestigeziel dürfte dabei die Rückkehr des DIW in den Kreis der führenden Forschungsinstitute Deutschlands zählen, die im Auftrag der Bundesregierung Gutachten zur wirtschaftlichen Entwicklung erstellen.

Fratzscher studierte in Kiel, Oxford und Harvard und promovierte am European University Institute in Florenz. Seit 2008 leitet er die Abteilung International Policy Analysis der EZB. Er konzentriert sich in seiner Forschung auf angewandte Fragen der Makroökonomie. Momentan geht er der Frage nach, wie Notenbanken mit Märkten und Öffentlichkeit kommunizieren sollten.

Von

rtr

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