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05.09.2013

16:18 Uhr

Das Handelsblatt Ökonomen-Ranking in den drei Kategorien: Aktuelle Forschungsleistung, Top-Ökonomen unter 40 und Lebeswerk.

Das Handelsblatt Ökonomen-Ranking in den drei Kategorien: Aktuelle Forschungsleistung, Top-Ökonomen unter 40 und Lebeswerk.

Das Handelsblatt-Ranking hat sich als ein Maßstab für die Forschungsleistung von Wirtschaftswissenschaftlern im deutschsprachigen Raum durchgesetzt. Es ist ein Faktor, der bei der Berufung von Professoren oftmals berücksichtigt wird. Manche Universitäten evaluieren auch intern die Forschungsleistung ihrer Wissenschaftler mit der gleichen Systematik.

Aus den Rankings der Forscher lassen sich Ranglisten der forschungsstärksten Fakultäten und Institute errechnen - das Handelsblatt-Ranking werden wir am kommenden Montag veröffentlichen. Das Ranking entsteht folgendermaßen: Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich wertet im Auftrag des Handelsblatts mehr als 1 500 Fachzeitschriften aus, darunter sämtliche Publikationen, die in der „Econlit“-Datenbank der „American Economic Association“ enthalten sind. Hinzu kommen wichtige Statistik-Zeitschriften und interdisziplinäre Journale wie „Nature“ und „Science“.

Die große Journal-Anzahl soll gewährleisten, dass die Publikationsleistungen so vollständig wie möglich erfasst werden. Bis 2010 hatte sich die Auswahl noch auf die 220 renommiertesten Journale beschränkt. Dann wurde sie auf Empfehlung des Konstanzer Ökonomen Heinrich Ursprung, der als der führende Experte für Rankings in der deutschen Wirtschaftswissenschaft gilt, erweitert.

Um sicherzustellen, dass die Veröffentlichungen nach ihrer Qualität gewichtet werden, orientiert sich das Handelsblatt an einem von den französischen Ökonomen Pierre-Philippe Combes und Laurent Linnemer eigens für diese Zeitung erstellten Journal-Ranking. Die zehn bedeutendsten Zeitschriften haben ein Gewicht von jeweils einem Punkt, weitere 26 bringen 0,6 Punkte. Für Aufsätze in anderen Journalen bekommen Forscher maximal 0,3 Punkte.

Diese Differenzierung bei der Punktevergabe ist unverzichtbar, weil es zwischen den Zeitschriften starke Reputationsunterschiede gibt: Wenn Herausgeber und Gutachter eines der zehn Topjournale ihren Segen für die Veröffentlichung erteilen, dann bescheinigen sie den Autoren internationale Spitzenleistungen. In Publikationen mit geringeren Standards unterzukommen, ist dagegen deutlich einfacher.

Wenn mehrere Forscher gemeinsam einen Aufsatz geschrieben haben, teilen sie sich die Punkte – bei einer Co-Produktion im Topjournal etwa bekommen beide Autoren 0,5 Punkte gutgeschrieben. Wie lang ein Text ist, spielt keine Rolle, die Art des Artikels dagegen schon: Für Kommentare gibt es die halbe Punktzahl, Autoren von Buchrezensionen gehen leer aus.

Die Platzierung im Ranking ist also ein guter Indikator für die Leistungen eines Forschers, sie darf aber auch nicht zum alleinigen Maßstab werden. Die Frage, in welchem Journal ein Artikel veröffentlicht wurde, ist bei weitem nicht der einzige Indikator für seine Qualität. Ein Blick ins Ranking darf daher die Lektüre der Aufsätze eines Forschers nicht ersetzen.

Von

hmü

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

05.09.2013, 16:42 Uhr

Wer viel schreibt hat weniger Zeit zum Nachdenken.

Man kann die Qualität eines Wissenschaftlers nicht an seinen Veröffentlichungen messen, daran kann man nur sein durchschnittliches Ansehen messen - wenn überhaupt.

MEW

10.09.2013, 22:07 Uhr

Vielen Dank für das Handelsblatt-Ranking! Es schafft Transparenz in der deutschen VWL, was natürlich nicht jedermann gefällt...

Was viele Leser nicht wissen: Wissenschaft funktioniert heute so, dass Studien in Fachzeitschriften unterschiedlicher Qualität veröffentlicht werden. In den Top-Journals sind die Ansprüche extrem hoch; dort werden oft 95% der eingereichten Arbeiten abgelehnt. Wer sich da im internationalen Wettbewerb durchsetzen will, muss extrem hart arbeiten.

Viele Professoren stellen sich diesem anspruchsvollen Wettbewerb nicht. Sie ruhen sich auf Lorbeeren aus, die sie vor Jahrzehnten gesammelt hatten, sie verdienen im Nebenjob Geld mit Gutachten, etc. Es ist sehr gut, dass das Handelsblatt die Professoren namentlich nennt, die in der Forschung wirklich aktiv sind!

Es gibt keinen besseren Qualitätsindikator für gute Forschung als regelmäßige Veröffentlichungen in den Top Journals.

Das Handelsblatt-Ranking ist völlig zu Recht das führende Forschungsranking in der deutschen VWL. Einziger Kritikpunkt: Man sollte die Kategorie A+ auf die so genannten "Top-5 Journals" beschränken, die in der Profession der Ökonomen am höchsten angesehen sind. Abgesehen von diesem kleinen Schönheitsfehler ist das Ranking methodisch nahezu perfekt.

Keep up the good work!

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