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11.05.2011

08:51 Uhr

Migration

Kellner? Konstrukteur!

VonEva-Maria Simon

Warum Migranten aus Osteuropa die Wirtschaft beflügeln, wenn Unternehmen sie nicht als Dumping-Kräfte missbrauchen.

Die Fahne der Europäischen Union wehte 2004 als Willkommensgruß für Polen am Grenzübergang in Frankfurt (Oder). Die Angst vor Dumpinglöhner aus dem Osten halten Ökonomen bis heute für unbegründet. Quelle: dpa

Die Fahne der Europäischen Union wehte 2004 als Willkommensgruß für Polen am Grenzübergang in Frankfurt (Oder). Die Angst vor Dumpinglöhner aus dem Osten halten Ökonomen bis heute für unbegründet.

PlauenPetr Arnican hat geschafft, wovon seine Klienten träumen. Der Tscheche arbeitet in Deutschland und berät Landsleute, die, wie er, in der Bundesrepublik ihr Geld verdienen wollen. Dass sich der deutsche Arbeitsmarkt am 1. Mai weiter Richtung Osten geöffnet hat, bedeutet für Arnican, der ein Büro in Weiden nahe der bayerisch-tschechischen Grenze betreibt, mehr Arbeit: "Ich bekomme in letzter Zeit mehr Anfragen von Tschechen." Sie wollen wissen, wie sie mit Behörden klarkommen, wie sie ihre Familie versichern können, aber vor allem: Wie sie eine gut bezahlte Stelle finden. Arnican kann ihnen Antworten geben. Seit acht Jahren koordiniert der ehemalige Eishockeyprofi grenzüberschreitende Projekte.

Aus Angst, polnische Klempner und tschechische Kellner könnten die Löhne drücken, stehen die Türen schlechter qualifizierten Arbeitnehmern aus den östlichen Nachbarländern, dem Baltikum, Ungarn, der Slowakei und Slowenien erst seit Monatsanfang offen: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit rechnet mit bis zu 140000 Zuwanderern.

Einwanderer bei Jobs benachteiligt

Eine Chance für die Volkswirtschaft, sagen Ökonomen, die seit vielen Jahren erforschen, wie sich Zuwanderung auf Löhne, Wachstum und Arbeitslosigkeit auswirkt. Zwar könnte die Entlohnung in bestimmten Branchen unter Druck geraten. Aber, und das ist die gute Nachricht der Forscher, die deutsche Wirtschaft kann insgesamt profitieren, wenn sie die neuen Arbeitskräfte mit passenden Jobs versorgt und sie bei Bewerbungen nicht benachteiligt.

Links zu den Downloads der im Text zitierten Studien.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.05.2011, 09:29 Uhr

30% der menschen im Vogtland bekommen Aufstockung zu Ihrem einkommen. Nicht zuletzt weil zunehmend Arbeitskräfte aus Tschechien sie von Ihren Arbeitsplätzen verdrängen. Viele Tausend aus dieser Region pendeln in die alten Bundesländer, teilweise 1000km jeden Montag und Freitag.

Was günstig ist für die wirtschaftliche Entwicklung, ist sehr ungünstig für die Bürger. besonders wenn sie arbeiten möchten.

Übrigens, in dieser Region keimt der Rechtsextremismus immer mehr auf. Zufall?

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