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24.06.2013

09:09 Uhr

Nach Vorwürfen in Mannheim

Uni verurteilt wissenschaftliches Fehlverhalten

VonJan Mallien

Die Universität Mannheim hat ihre Untersuchungen gegen den Ex-Dekan der BWL-Fakultät, Hans Bauer, abgeschlossen. Der Bericht der Kommission kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Die Universität Mannheim ermittelt in einem Plagiatsfall gegen den Ex-Dekan der BWL-Fakultät. PR

Die Universität Mannheim ermittelt in einem Plagiatsfall gegen den Ex-Dekan der BWL-Fakultät.

DüsseldorfKnapp zwei Monate hat die Kommission der Uni Mannheim die Vorwürfe gegen den Ex-Dekan der BWL-Fakultät, Hans Bauer, und zwei seiner früheren Mitarbeiter geprüft. Ihnen wird vorgeworfen, Teile der Masterarbeit einer Studentin unter eigenem Namen publiziert zu haben – ohne die Studentin zu erwähnen. Das Ergebnis des Prüfberichts ist eindeutig: „Allen Beteiligten ist wissenschaftliches Fehlverhalten anzulasten“, stellt die Kommission zur Untersuchung wissenschaftlichen Fehlverhaltens an der Universität Mannheim fest. Allerdings sei bei der Schwere des Fehlverhaltens zwischen den Betroffenen zu differenzieren.

Bei dem Fall geht es um einen kürzlich erschienen Sammelband vom inzwischen emeritierten Marketing-Professor Bauer und seinem Lehrstuhlteam. Darin ist ein Aufsatz über Social-Media-Management enthalten, bei dem es sich weitgehend um die Masterarbeit einer Studentin handelt. Die BWL-Absolventin wurde jedoch nicht als Autorin oder Mitautorin genannt. Stattdessen tauchte eine andere ehemalige Doktorandin als Mitautorin auf, die laut Prüfungsbericht keinen maßgeblichen Beitrag zum Aufsatz geliefert habe.

Die Uni Mannheim in Zahlen

Professoren

187

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

rund 800

nichtwissenschaftliche Mitarbeiter

rund 550

Studierende

rund 12.000

Etat

rund 95 Millionen Euro

Drittmittel

rund 20 Millionen Euro

Ranking Wirtschaftswoche

Die „Wirtschaftswoche“ hat Personaler befragt, von welcher Universität sie am liebsten Absolventen einstellen. Beim Fach BWL lag Mannheim mit 46 Prozent an der Spitze, beim Fach VWL gab es mit 30 Prozent ebenfalls Platz eins.

Ranking New York Times

Im Ranking der New York Times über die besten Absolventen weltweit landet Mannheim 2012 auf Platz 52 – das drittbeste Ergebnis einer deutschen Hochschule.

Handelsblatt Ranking

2012 wird die Uni Mannheim unter den Forschungsstärksten BWL-Fakultäten im deutschsprachigen Raum nur noch auf Platz 6 geführt.

Der Prüfbericht wirft Bauer vor, dass er bei der von ihm übernommenen Schlussredaktion des Sammelbandes die unterlassene Nennung der Absolventin als Autorin übersehen habe. Wegen der nachlässigen Prüfung habe er „grob fahrlässig“ gegen die Regel verstoßen, Miturheber einer Publikation zu nennen.

Die beiden ehemaligen Lehrstuhlmitarbeiter hätten hingegen "vorsätzlich" gegen diese Regel verstoßen. Außerdem hätten sie durch die Nennung der ehemaligen Doktorandin als Mitautorin auch die Regel verletzt, als Verfasser einer wissenschaftlichen Publikation nur deren Urheber zu nennen. Die ehemalige Doktorandin habe zugelassen, dass sie selbst als Mitautorin genannt wurde. Ansonsten aber keinen aktiven Anteil an der Auswahl der Namen gehabt.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

24.06.2013, 09:39 Uhr

So ein Riesenskandal wie hier dargestellt ist die Sache beileibe nicht. Es handelt sich und eine Master-Arbeit in einem Bla-Bla-Fach und sicher nichts mit dem man sich einen Nobelpreis erschleichen kann.

Nicht korrekt, aber auch ein Schwerverbrechen.

Account gelöscht!

24.06.2013, 10:33 Uhr

Meine Güte, immer so ein Aufhebens!
Jeder weiß doch, wie etwas auch beim Doping im Sport, dass es so abläuft! Da wird Prof. Bauer nicht der einzige sein. Mit Wissenschaft hat das alles nichts zu tun, sondern ist reine Ideologie und das weiß auch jeder! Aber natürlich will sich der Bürger in seiner schönen Marktwirtschaft lieber selber die Hucke voll lügen, als einmal zuzugeben, wie dieser ******laden hier abläuft-Verarsche von früh bis spät!

juhoh

09.08.2013, 10:34 Uhr

Wer eine Masterarbeit geschrieben hat, kann den Zeitaufwand, Schwund von Nerven und persönlichen Einsatz ermessen, der investiert wurde. Den Themenbereich einer Masterarbeit als "bla bla Fach" zu bezeichnen, kann nur einem Kleingeist entspringen. Die Veröffentlichung einer Masterarbeit oder Teile einer Masterarbeit ohne Nennung der Urheber ist ein moralisch schändliches Vergehen. Schon im Mittelalter hatte man dafür eine treffende Bezeichnung. "Du sollst dich nicht mit fremden Federn schmücken." Leider schreitet der Verfall von Moral und Anstand in unserer Gesellschaft erschreckend voran.

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