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07.10.2012

11:55 Uhr

Neue Studie

Chinas Aufstieg war ein Grund für die Euro-Krise

VonMalte Buhse

Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas ist eine Ursache für die aktuelle Krise in der Euro-Zone. Zu diesem Schluss kommen Zentralbank- und IWF-Ökonomen in einer neuen Studie und senden eine Warnung nach Deutschland.

Die billigen Textilgüter aus China haben die Peripheriestaaten in der EU abstürzen lassen. ap

Die billigen Textilgüter aus China haben die Peripheriestaaten in der EU abstürzen lassen.

KölnVerfallende Fabriken, leerstehende Lagerhallen - im Norden Portugals ist das seit Jahren ein gewohntes Bild. Die Region, einst das Zentrum der europäischen Textilindustrie, hat im vergangenen Jahrzehnt einen beispiellosen Einbruch erlebt.

75.000 Menschen verloren ihren Job, viele Unternehmen mussten aufgeben. Schuld an dem Absturz war auch die neue Konkurrenz aus China, mit deren Preisen die portugiesischen Firmen nicht mithalten konnten, argumentieren die Ökonomen Uffe Mikkelsen (Dänische Nationalbank) und Esther Pérez Ruiz (IWF) in einer neuen Studie.

Portugal war demnach nicht das einzige Opfer: Der Aufstieg des Reichs der Mitte zur Wirtschaftssupermacht hat die EU laut Studie in zwei Teile gespalten und war damit eine der Ursachen für die aktuelle Krise. Die Forscher haben mit einem ökonomischen Modell untersucht, wie sich die rasant wachsende Exportwirtschaft Chinas auf Europa ausgewirkt hat.

Dabei erklären sie zunächst, warum sich die einzelnen EU-Länder schon vor dem Aufstieg Chinas in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Sie greifen auf das berühmte Außenwirtschaftsmodell des Ökonomen David Ricardo zurück, das besagt, dass sich in einer Welt ohne Handelsbarrieren jedes Land auf die Produktion der Güter konzentriert, bei denen es einen Wettbewerbsvorteil besitzt.

Ein gemeinsamer Binnenmarkt wie in der EU kommt der von Ricardo erdachten Idealwelt des Freihandels recht nahe. Tatsächlich zeigen mehrere Studien, dass sich die EU-Länder mit dem Beginn des Abbaus der Handelsschranken verstärkt spezialisiert haben.

Vor allem die südlichen Peripheriestaaten Griechenland, Italien, Spanien und Portugal haben zwischen 1972 und 1996 eine immer einseitigere Wirtschaftsstruktur aufgebaut, stellte der Ökonom Marius Brülhart (Universität Lausanne) fest. Aber auch Deutschland und Finnland konzentrierten sich vermehrt auf einige Kernbranchen.

Kommentare (35)

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Golo123

07.10.2012, 12:06 Uhr

Ein Hauptgrund für diese Krise ist nicht die Stärke der anderen exportstarken Nationen, sondern es sind die katastrophalen Konstruktionsfehler, dieser Blödsinnswährung, die wahrscheinlich als deutscher Preis für die Wiedervereinigung von Franzosen und Engländer anstatt der DM gefordert wurde!

Account gelöscht!

07.10.2012, 12:26 Uhr

"Denn sie haben auch durchgerechnet, was passiert, wenn China im Maschinenbau aufholt: In diesem Fall würde Deutschland mehr als 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und Tausende Arbeitsplätze verlieren, prognostizieren sie. "

Logische Folge einer dümmlichen "Globalisierungskampagne", die arme Länder noch weiter verarmen läßt statt Kinderarbeit und Elend zu vermindern, und die Länder mit "sozialer Marktwirtschaft" zugunsten großer Konzerne und Kapitalkonzentration ausblutet.
Der Weg muß sein die Elendsländer auf einen vernünftigen Wirtschaftsstand zu bringen und nicht die Industrieländer mit Schrott zu überfluten und die sozialen Errungenschaften, bis zur Rente, runterzuregeln.

Account gelöscht!

07.10.2012, 12:36 Uhr

Und? Was schlagen Sie vor? Die Chinesen vom Planeten verbannen?

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