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25.05.2014

18:50 Uhr

Ökonom Thomas Piketty

„Ich stehe zu meinen Zahlen“

VonTorsten Riecke

ExklusivEnthielt der Ökonomie-Bestseller von Thomas Piketty fehlerhafte Daten? Die „Financial Times“ hatte Pikettys Kapitalismuskritik angezweifelt. Doch der Autor verweist auf neue Quellen.

Thomas Piketty bei einem Vortrag am Londoner King's College. AFP

Thomas Piketty bei einem Vortrag am Londoner King's College.

BerlinDer französische Ökonom Thomas Piketty hat den Vorwurf, sein kürzlich erschienener Bestseller „Capital in the Twenty-First Century“ basiere auf fehlerhaften Statistiken, mit deutlichen Worten zurückgewiesen. „Ich stehe zu meinen Zahlen und den Schlussfolgerungen daraus“, sagte Piketty dem Handelsblatt (Montagsausgabe). Piketty behauptet in seinem Werk, der Kapitalismus tendiere zu einer immer größer werdenden Ungleichheit von Einkommen und Vermögen. Triebkraft sei die Tatsache, dass die Kapitalerträge langfristig stärker wachsen als die gesamte Volkswirtschaft.

Die britische „Financial Times“ (FT) hatte das Zahlenwerk des Franzosen angezweifelt. Pikettys Daten enthielten „eine Reihe von Fehlern“, die seine Schlussfolgerungen infrage stellten. Vor allem seine Behauptung, dass die Ungleichheit in Europa seit den 70er Jahren deutlich steige, lasse sich nicht halten. Auch die Behauptung, der Vermögensanteil der reichsten ein Prozent der Bevölkerung in Amerika sei in den letzten Jahrzehnten massiv angestiegen, werde durch die Zahlen nicht belegt. Piketty habe die Daten so aufbereitet, dass sie seine These stützen würden.

Der Franzose kontert diese Kritik und verweist auf eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung der Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman von der University of California in Berkeley, die zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sei. „Die Tatsache, dass die FT dies ignoriert, schwächt ihre Kritik erheblich“, sagte der Franzose. Außerdem: „Jede Rangliste in jedem Magazin der Welt zeigt, dass das Vermögen der Reichsten stärker steigt als das der durchschnittlichen Bevölkerung.“ Wenn die FT glaube, sie könne eine Rangliste aufstellen, die etwas anderes aussagt, solle sie diese Liste veröffentlichen.

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Kommentare (1)

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26.05.2014, 16:21 Uhr

Hm...

ich glaube diese Schlussfolgerung nicht. Allerdings ist das Ergebnis, wenn man aufgrund der verwendeten Datenbasis, erst einmal plausibel.

Otto Normalbürger darf ja nicht an die Geldpresse, das massive Aufblasen der M3-Geldmenge kommt also einer kleinen Gruppe zu Gute...

Das Ganze ist halt nur nicht nachhaltig, am Schluss sind dann nämlich alle wieder gleich...

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