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13.08.2011

15:40 Uhr

Ökonomen

„Wiedereinführung der D-Mark wäre Katastrophe“

Die Rückkehr der D-Mark wäre nach Ansicht führender Ökonomen eine wirtschaftliche Katastrophe. Nicht nur die Exporte würden zurückgehen, auch der Mittelstand würde verschwinden, so die Prognose.

Manche trauern der D-Mark noch immer hinterher. Doch eine Wiedereinführung wäre für die Wirtschaft katastrophal, glauben führende Ökonomen. Quelle: picture-alliance/ ZBdpa

Manche trauern der D-Mark noch immer hinterher. Doch eine Wiedereinführung wäre für die Wirtschaft katastrophal, glauben führende Ökonomen.

BerlinFührende Ökonomen rechnen für den theoretischen Fall einer D-Mark-Wiedereinführung mit einer wirtschaftlichen Katastrophe. „Die Exporte würden innerhalb weniger Monate deutlich abstürzen“, sagte Gustav Horn, der Wissenschaftliche Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, der „Welt am Sonntag“. 

Horn erwartet, dass eine wieder eingeführte D-Mark gegenüber dem Dollar und anderen europäischen Währungen stark an Wert zulegen würde, ähnlich wie dies zuletzt beim Schweizer Franken passiert ist: „Bei einer Aufwertung von nur zehn Prozent würden die Exporte auf Dauer um vier bis fünf Prozent zurückgehen. Die zu erwartende Aufwertung würde aber wohl ein Vielfaches dessen sein. Das wäre dann eine wirtschaftliche Katastrophe“, erklärte Horn. 

Ähnliches erwartet Michael Burda, Ökonom an der Berlin Humboldt Universität: „Die wieder eingeführte D-Mark könnte innerhalb weniger Monate um 50 Prozent aufwerten“, sagte er der Zeitung. „Das würde den deutschen Mittelstand mit einem Schlag auslöschen.“ 

Eine Finanzkrise in Deutschland als Folge einer D-Mark-Wiedereinführung befürchtet Daniel Gros, Direktor des Brüsseler Centre for European Policy Studie (CEPS). Schließlich hielten Banken viele Anleihen aus anderen Euro-Ländern, die sie vermutlich weitgehend abschreiben müssten, wenn die neue D-Mark gegenüber anderen Währungen aufwerte: „Das Finanz- und Bankensystem bräche komplett zusammen“, sagte Gros. „Die Banken würden sich untereinander kein Geld mehr leihen, die Unternehmen bekämen keine neuen Kredite mehr und die Institute würden die ausstehenden Kredite einfordern. Die deutsche Volkswirtschaft würde massiv einbrechen, vielleicht nur um 20 Prozent, vielleicht aber auch um 30 Prozent.“

Von

dpa

Kommentare (79)

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Rainer_J

13.08.2011, 15:52 Uhr

Klar, dann geht es uns so schlecht wie der Schweiz oder Schweden. Alles nur Propaganda der Euromantiker.

Die Bilanz der Fehlkonstruktion ist nach 10 Jahre sehr übel. Alle Verträge, Gesetze und Versprechen wurden gebrochen.

Island

13.08.2011, 15:58 Uhr

Wie alt ist dieser Artikel?


Wurden nicht dieselben Befürchtungen genannt bei der Einführung der DM in Westdeutschland weil diese Währung im Gegensatz zur Reichsmark massiv aufwerten würde und diese Währung in Mittel- und Ostdeutschland keine gültig besitzt?

(Ironie)



Kritiker

13.08.2011, 16:00 Uhr

Sie wollten sicherlich schreiben. Die von der internationalen Bankendynastie bezahlten und von der Politik geföderten und mit hochbezahlten Jobs dotierten Ökonomen ......

Nein, nicht die Exporte würden zurücggehen. Wir sind ein Industrieland das faktisch keine Bodenschätze besitzt. Wir würden Kupfer, Öl etc. viel billiger einkaufen, wenn die Mark an den Dollar gekoppelt ist.

Aber vor allen Dingen würden die Schuldzahlungen aufhören an Pleitestaaten. So viel, was wir an hunderten von Milliarden an die Pleitestaaten zahlen, kann die deutsche Wirtschaft gar nicht als Nettogewin erzielen. Denn da kommt immer mehr auf uns zu. Und am Ende stirbt der Euro doch !!! Dann haben wir dann eben wieder die Mark. aber mit einer Billion Schulden mehr.

Die dummen Durchhalteparolen und Beschwichtigungen glaubt doch niemand mehr !!

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