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16.01.2011

14:10 Uhr

Ökonomie

Wie bei den anonymen Alkoholikern

VonOlaf Storbeck

Auf ihrer Jahrestagung diskutierte die American Economic Association über die Zukunft ihres Fachs – vor allem darüber, welche Folgen die Finanz- und Wirtschaftskrise für die Ökonomenzunft hat. Wie Ökonomen damit umgehen, dass alte Wahrheiten nicht mehr gelten.

Nach der Krise: Ökonomen suchen nach Orientierung. Klaus Meinhardt

Nach der Krise: Ökonomen suchen nach Orientierung.

DENVER. Ein bisschen fühle er sich ja wie bei den „Anonymen Alkoholikern“, gesteht Brad De Long, Ökonomie-Professor der US-Eliteuniversität Berkeley, auf der Jahrestagung der American Economic Association (AEA) in Denver. Bei den Treffen der Selbsthilfegruppe erzählen die Teilnehmer viel über ihre Vergangenheit – wie sie Alkoholiker wurden und wie sie von ihrer Sucht losgekommen sind.

„Ich will heute über all die ökonomischen Erkenntnisse reden, die ich vor drei Jahren noch für wahr gehalten habe und die die Finanzkrise allesamt als falsch entlarvt hat“, sagt De Long. „Das ist ziemlich schmerzlich.“

Der Beinahe-Zusammenbruch des globalen Bankensystems und die tiefste Rezession seit der Großen Depression hat die Volkswirtschaftslehre in eine tiefe Sinnkrise gestürzt: Das Chaos traf das Fach unvorbereitet und war mit den gängigen Theorien nicht zu erklären.

Was haben Volkswirte bis dahin alles falsch gemacht? Welche Lehren muss die Disziplin daraus ziehen? Und was sollte überhaupt der Maßstab für eine gute Wirtschaftspolitik sein? Auf der AEA-Jahrestagung, die Anfang des Jahres in Denver stattfand, waren diese Fragen ein beherrschendes Thema.

An der Schwelle einer Revolution

In mehr als einem halben Dutzend Veranstaltungen diskutierten Volkswirte, was schiefgegangen ist und in welche Richtung sich die wirtschaftswissenschaftliche Forschung weiterentwickeln sollte. „Möglicherweise stehen wir an der Schwelle zu einer neuen Revolution des ökonomischen Denkens“, sagte James Galbraith, Ökonomie-Professor an der University of Texas in Austin.

Die AEA-Jahrestagung ist die mit Abstand wichtigste Ökonomen-Konferenz der Welt. Mehr als 9 000 Wirtschaftswissenschaftler aus aller Welt trafen sich zu Jahresbeginn zu einer viertägigen Konferenz.

Kommentare (7)

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Kopfschüttelnder

16.01.2011, 18:22 Uhr

Selten so einen Haufen Schrott gelesen. Die heutige "Ökonomie" ist nicht erst seit gestern keine wirklich ernstzunehmende Wissenschaft und macht Fehler, die schon längst seit Jahrzehnten bekannt sind. Es reicht ein blick ins elementare und zeitlose Werke wie Hazlitt's "Economics in one lesson" um zu sehen, welch Albernheiten heutzutage als "Wissenschaft" verkauft werden.
Es geht auch anders. Ansätze und Vordenker aus dem bereich der Austrian Economics zeigen dies heutzutage nach wie vor (vgl. Mises institute in den USA). Nur kann man eben mit diesen "unbequemen" Erkenntnissen keinen ausufernden Sozialstaat und Fiat-Money-Tricksereien mehr durchführen.

Volkswirte

16.01.2011, 19:02 Uhr

Man fragt sich, wozu Volkswirte jahrelang studiert haben. Jeder logisch denkende Mensch kann die Fehler im System besser erkennen, als die meisten Volkswirte und Politiker. Schade nur, dass, wie immer, die bevölkerung die Fehler ausbaden muss.

Mariana mayer

16.01.2011, 19:11 Uhr

Sie sehen dass so [2], doch damit lässt sich viel Geld verdienen. Die Leute repräsentieren doch optimal das System und erhalten hintenherum viel Geld dafür.

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